US-Präsident Donald Trump hat neuen Gesprächen mit dem Iran vorerst eine Absage erteilt. Es gebe derzeit weder Verhandlungen, noch seien solche angesetzt, erklärte Trump am Dienstag – fast sechs Monate nach Beginn des Krieges. «Es finden keine Gespräche oder Unterhaltungen mit der Islamischen Republik Iran statt, und es sind auch keine geplant», schrieb er auf Truth Social. Die amerikanische Seeblockade bleibe vollständig in Kraft. Noch am Montag hatte Trump gegenüber Fox News von Kontakten über inoffizielle Kanäle zwischen Amerikanern und Mitgliedern der iranischen Revolutionsgarden gesprochen.
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Auch in der amerikanischen Bevölkerung schwindet die Erwartung eines schnellen Kriegsendes. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos für die Nachrichtenagentur Reuters rechnen rund 80 Prozent der US-Bürger damit, dass das militärische Engagement noch längere Zeit dauern wird. Das Bild zieht sich durch beide politischen Lager: 87 Prozent der Demokraten und 71 Prozent der Republikaner erwarten einen längeren Konflikt. Nur 16 Prozent glauben an ein Ende binnen weniger Wochen.
Die Umfrage zeigt zugleich, dass Trump innenpolitisch unter Druck steht. 33 Prozent der Befragten sind mit seiner Amtsführung zufrieden, 64 Prozent unzufrieden; Anfang August hatte seine Zustimmung noch bei 35 Prozent gelegen. Hinzu kommen spürbare wirtschaftliche Folgen des Konflikts: Nach Angaben des amerikanischen Automobilklubs AAA kostete eine Gallone Benzin am Dienstag durchschnittlich 4,06 Dollar. Zu Kriegsbeginn am 28. Februar waren es 2,98 Dollar – ein Anstieg um rund 36 Prozent. Politisch fällt diese Entwicklung in eine sensible Phase: Am 3. November werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatssitze neu vergeben. Die Republikaner verfügen derzeit in beiden Kammern nur über knappe Mehrheiten.
Mittlerweile postet Trump auf Truth Social eine Karte der Strasse von Hormus mit der Überschrift «Neues US-Territorium». Die markierte Fläche umfasst auch Küstenabschnitte des Iran, des Oman und der Vereinigten Arabischen Emirate. Bereits vergangene Woche hatte Trump mit Blick auf die strategisch wichtige Meerenge geschrieben: «Ich glaube, ich werde sie behalten.» Das Weisse Haus erklärte anschliessend, der Präsident habe gescherzt, als er davon sprach, die Strasse von Hormus zu amerikanischem Territorium zu erklären. Die Meerenge ist seit Kriegsbeginn zu einem zentralen Schauplatz des Konflikts geworden. In Friedenszeiten passieren sie rund 20 Prozent des weltweiten Rohölangebots und etwa ein Viertel der globalen Flüssiggaslieferungen.