Italien setzt 2027 für rund 14,5 Millionen Fahrzeuge die KFZ-Steuer aus. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni beschloss die Entlastung angesichts stark gestiegener Benzin- und Dieselpreise. Meloni bezeichnete die sogenannte bollo auto als «eine der meistgehassten Steuern» Italiens.
Von der Regelung profitieren Personenwagen mit einer Motorleistung von weniger als 80 Kilowatt, was etwa 110 PS entspricht. Auch Motorräder und Motorroller werden für ein Jahr von der Steuer befreit. Pro Halter kann allerdings nur ein Fahrzeug berücksichtigt werden. Besitzt jemand mehrere Fahrzeuge, gilt die Entlastung automatisch für jenes mit der geringsten Leistung. Grössere Autos sowie Zweit- und Drittwagen bleiben steuerpflichtig.
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Die Regierung begründet den Schritt vor allem mit der Belastung der Familien durch die hohen Treibstoffkosten. Ein Liter Benzin kostet in Italien zurzeit rund 2,13 Euro, Diesel sogar 2,24 Euro. Melonis Mitte-rechts-Koalition stellt die vorübergehende Abschaffung der Fahrzeugsteuer als weiteren Baustein ihrer bisherigen Steuerentlastungen dar.
Finanziell ist der Beschluss allerdings beträchtlich. Die Einnahmen aus der KFZ-Steuer fliessen grundsätzlich an die italienischen Regionen. Nach Angaben von Wirtschaftsverbänden nehmen diese damit jährlich mehr als 7 Milliarden Euro ein. Rom hat zunächst rund 2,3 Milliarden Euro eingeplant, um den Regionen die Einnahmeausfälle im kommenden Jahr zu ersetzen. Den Regionalregierungen ist diese Summe zu niedrig.
Damit zeichnet sich bereits ein Streit über die Finanzierung der Entlastung ab. Während Millionen Autofahrer und praktisch alle Motorrad- und Rollerbesitzer für ein Jahr weniger zahlen sollen, müssen die Regionen einen erheblichen Teil ihrer bisherigen Einnahmen ersetzt bekommen.