Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Islam-Theologe: Kopftuchverbot für Schülerinnen unter vierzehn Jahren ist sinnvoll

Anhören ( 1 min )
KI-Stimme
Islam-Theologe: Kopftuchverbot für Schülerinnen unter vierzehn Jahren ist sinnvoll
Islam-Theologe: Kopftuchverbot für Schülerinnen unter vierzehn Jahren ist sinnvoll
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Der islamische Theologe Mouhanad Khorchide hält Österreichs neues Kopftuchverbot für Schülerinnen unter vierzehn Jahren für geeignet, Mädchen vor religiösem und sozialem Druck zu schützen. Im Interview mit der Zeit sagte der Religionspädagoge: «Ich bin kein Fan von Verboten. Aber es ist schon so, dass man dadurch wahrscheinlich sehr viele Mädchen davor schützen wird, gegen ihren Willen ein Kopftuch zu tragen.»

Z5812/_SEBASTIAN WILLNOW / KEYSTONE
Schülerin mit Kopftuch im Unterricht (Symbolbild)
Z5812/_SEBASTIAN WILLNOW / KEYSTONE

Die seit dieser Woche geltende Regelung soll die Entwicklungs- und Entfaltungsfreiheit von Kindern schützen. Nach Angaben Khorchides gehen die Behörden von rund 12.000 betroffenen Mädchen aus. Bei wiederholten Verstössen können Eltern mit Geldbussen zwischen 150 und 800 Euro belegt werden. Lehrkräfte dürfen das Kopftuch nicht zwangsweise abnehmen.

Khorchide, Gründungsdekan der Fakultät für islamische Theologie an der Universität Münster, sieht für Mädchen unter vierzehn Jahren keine religiöse Verpflichtung zum Kopftuch. Die islamische Normenlehre knüpfe Pflichten an Reife, Einsicht und Reflexionsfähigkeit. Auch aus dem Koran lasse sich kein direktes Kopftuchgebot ableiten. Konservative Gelehrte verträten allerdings mehrheitlich eine andere Auffassung.

Der Theologe verweist auf den Einfluss konservativer Eltern, Imame und Gleichaltriger. Schulleiter berichteten ihm von muslimischen Jungen, die Mitschülerinnen zum Kopftuchtragen oder andere Kinder zum Fasten drängten. Ein gesetzliches Verbot könne betroffenen Mädchen eine Argumentationshilfe geben.

Zugleich warnt Khorchide vor einer Instrumentalisierung durch islamistische Gruppen. Diese könnten das Verbot als Beleg für eine angebliche Diskriminierung des Islam darstellen. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich ficht die Regelung vor dem Verfassungsgericht an. Ein früheres Kopftuchverbot hatte das Gericht aufgehoben.

Für Deutschland hält Khorchide ein entsprechendes Verbot wegen der Religionsfreiheit nicht für vereinbar mit dem Recht. Er bevorzugt eine innerislamische Debatte, in der Gemeinden und Imame Eltern über die fehlende religiöse Pflicht für Mädchen aufklären. Eine solche Initiative aus der Gemeinschaft heraus wäre aus seiner Sicht die bessere Lösung.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 06.10.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.