Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch hat den «Spiegel» scharf für dessen Titelbild über den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund kritisiert. «Letztlich ist das Wahlkampfhilfe für die AfD», sagte der Bundestagsabgeordnete und frühere Fraktionschef dem Nachrichtensender Welt. Das Cover bezeichnete er als «Skandal».
Der «Spiegel» zeigt Siegmund, Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, auf dem Titel seiner aktuellen Ausgabe und bezeichnet ihn als «gefährlichsten Mann Deutschlands». Bartsch kritisierte insbesondere diese Zuspitzung. Er verstehe nicht, wie man «in Hamburg, weit weg von Sachsen-Anhalt, ahnungslos was Sachsen-Anhalt betrifft, ein derartiges Cover entscheiden kann».
HEIKO REBSCH / KEYSTONE
Seine Kritik richtete Bartsch ausdrücklich auch an «Spiegel»-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit. «Man sollte wirklich über journalistische Sorgfaltspflicht noch einmal nachdenken», sagte er. «Das ist irre. Ich finde es unverantwortlich.»
Dabei machte Bartsch deutlich, dass seine Kritik am «Spiegel» keine Unterstützung für Siegmund bedeutet. Er halte den AfD-Politiker für «völlig unsympathisch» und erklärte: «Man muss ihn von Verantwortung fernhalten.» Siegmund habe «eine ziemlich grosse Klappe» und keine Kompetenz etwa in Haushalts- und Finanzfragen.
Die AfD nutzt die Aufmerksamkeit um das Titelbild inzwischen für sich. Wie Welt berichtet, veröffentlichte die Partei Fotos, auf denen Siegmund Exemplare des «Spiegel»-Covers signiert. Diese seien bereits vergriffen. Siegmund selbst wertet die Titelgeschichte ebenfalls als Wahlkampfhilfe. Bartsch plädiert dagegen für einen anderen Umgang mit dem AfD-Politiker: «Ignorieren ist die höchste Form der politischen Auseinandersetzung.»