Der Iran-Krieg hat die USA in den ersten Monaten bereits mehr als 33 Milliarden Dollar gekostet – und Washington räumt inzwischen Engpässe bei wichtigen Munitionsbeständen ein. Das zeigen erstmals umfassende Berechnungen des überparteilichen Congressional Budget Office (CBO) und des Generalinspektors des US-Verteidigungsministeriums, über welche die NZZ berichtet. Je nach Berechnung belaufen sich die bisherigen Kosten der Operation «Epic Fury» auf 33,7 bis 38,1 Milliarden Dollar.
Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
Der grösste Posten ist die Munition: Mehr als 21 Milliarden Dollar wurden allein dafür ausgegeben. Rund 3700 amerikanische Luftangriffe haben die Vorräte stark reduziert. Besonders knapp sind Abwehrraketen und Marschflugkörper. Die US-Regierung spricht erstmals von einem «strategischen Defizit» beim Munitionsnachschub. Gleichzeitig griff der Iran amerikanische Verbündete und Stützpunkte in der Golfregion rund 1100 Mal an. Allein die dabei entstandenen Materialverluste beziffert der Generalinspekteur auf etwa 4 Milliarden Dollar.
Dabei ist die Rechnung noch unvollständig. Reparaturen und der Wiederaufbau beschädigter Militärbasen sind nicht eingerechnet. Das CBO schätzt, dass jeder weitere Kriegsmonat je nach Intensität mindestens 2 bis 3 Milliarden Dollar kosten dürfte. Das Verteidigungsministerium unter Pete Hegseth hat deshalb zusätzliche Mittel von knapp 70 Milliarden Dollar beantragt.
Aus dem von Donald Trump zunächst auf vier oder fünf Wochen veranschlagten Krieg sind inzwischen mehr als sechs Monate geworden. Über 50.000 US-Soldaten waren im Einsatz, 22 kamen ums Leben. Zugleich bleibt unklar, ob Washington seine zentralen Ziele dauerhaft erreicht: Irans Raketen- und Drohnenprogramm wurde schwer getroffen, die Produktion soll laut Geheimdienstinformationen jedoch wieder angelaufen sein. Auch das Nuklearprogramm bleibt ein Thema. Damit wächst nicht nur die finanzielle Rechnung – auch Amerikas Munitionsreserven geraten zunehmend unter Druck.