Die geplante Umbenennung der Berliner Mohrenstrasse in Anton-Wilhelm-Amo-Strasse ist vorerst gestoppt. Das Verwaltungsgericht Berlin gab einem Eilantrag der Bürgerinitiative «Pro Mohrenstrasse» statt, wie die Welt berichtet. Die Umbenennung sollte diesen Samstag erfolgen, Schilder mit dem neuen Namen waren an einigen Strassenecken bereits angebracht worden.
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Das Gericht begründete seinen Entscheid damit, dass eine anhängige Klage gegen das Vorgehen des Bezirksamts Mitte noch nicht abgeschlossen sei. Bis ein Urteil vorliege, dürfe die Strasse nicht umbenannt werden – der laufende Rechtsstreit habe aufschiebende Wirkung. Zudem besteht laut Gericht keine besondere Eilbedürftigkeit, die einen sofortigen Namenswechsel rechtfertigen würde.
Die Umbenennung war Teil eines Projekts des Vereins Decolonize Berlin, der in der Umbenennung einen «historischen Schritt gegen Rassismus und koloniale Kontinuitäten im öffentlichen Raum» sieht. Der neue Name ehrt den Philosophen Anton Wilhelm Amo, den ersten bekannten Gelehrten afrikanischer Herkunft an deutschen Universitäten.
Es war geplant, die alten Strassenschilder rot durchzustreichen und sie für eine Übergangszeit von sechs Monaten unterhalb der neuen Schilder stehen zu lassen. Diese Massnahme sollte beim Namenswechsel im Berliner Stadtzentrum für Orientierung sorgen, hat sich nun aber vorerst erübrigt.