Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat den Jubel über den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt mit ungewöhnlich scharfen Worten verurteilt. «In Polen können sich nur Idioten oder Verräter über den Triumph der AfD in Deutschland freuen», schrieb Tusk am Montag auf X. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen politische Gegner im eigenen Land, die den Erfolg von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund begrüssten.
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Der Ausgang der Wahl wird in Polen aufmerksam verfolgt. TVN Info meldete das Ergebnis als Eilmeldung, TVP Info strahlte eine Sondersendung aus, grosse polnische Medien entsandten Korrespondenten nach Magdeburg. Dahinter stehen historische wie gegenwärtige Sorgen: In Teilen der polnischen Politik wird die AfD als Ausdruck eines wiedererstarkenden deutschen Nationalismus und wegen ihrer Haltung zu Russland kritisch gesehen.
Katarzyna Pelczynska-Nalecz, Ministerin in Tusks Kabinett und Vorsitzende der proeuropäischen Partei Polen 2050, bezeichnete die AfD als «Russland nahestehende Neofaschisten». Für polnische Patrioten sei ihr Wahlerfolg «eine Niederlage der Werte, für die wir stehen». Der frühere polnische Botschafter in Deutschland, Janusz Reiter, erklärte, Polen dürfe sich über die AfD «keinerlei Illusionen» machen. Die Partei knüpfe «an die Tradition des deutschen Nationalismus an». Dieser sei Polen gegenüber «immer feindselig und prorussisch» gewesen.
Widerspruch kam aus der rechtsnationalen Opposition. Konrad Berkowicz von der Konfederacja konterte Tusks «Idioten»-Vorwurf und erklärte, er verstehe dessen Frustration. Aus Deutschland drohe Tusk nun, «der Geldhahn zugedreht» zu werden. An die Regierung gerichtet, fügte er hinzu: «Ihr habt Grund zur Angst!»
Die AfD gewann in Sachsen-Anhalt 39 der 83 Landtagssitze und verfehlte damit die absolute Mehrheit von 42 Mandaten knapp. Während Unterstützer im Ausland wie Elon Musk den Erfolg begrüssten, löst das Ergebnis im Nachbarland Polen damit eine scharfe innenpolitische Auseinandersetzung aus.