Marine Le Pens Rassemblement National (RN) und seine Verbündeten ziehen mit vierzehn Sitzen in den französischen Senat ein und können dort erstmals eine eigene Fraktion bilden. Le Pen sprach nach der Teilwahl von einem «historischen Sieg» und einem «wichtigen Meilenstein» mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2027.
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Bei der Wahl wurde rund die Hälfte der insgesamt 348 Senatssitze neu vergeben. Anders als die Nationalversammlung wird die zweite Parlamentskammer nicht direkt von der Bevölkerung gewählt: Lokalpolitiker, darunter Bürgermeister und Gemeinderäte, bestimmen die Senatoren. Neun RN-Kandidaten wurden am Sonntag gewählt, zusätzlich zu drei Mandaten aus dem Jahr 2023. Zwei weitere Sitze gingen an die verbündete Union des droites pour la République von Éric Ciotti.
Für eine eigene Fraktion sind zehn Senatoren nötig. Der neue Status verschafft dem RN mehr Sichtbarkeit, zusätzliche finanzielle Mittel und grösseren Einfluss auf die parlamentarische Arbeit. Damit baut die Partei ihre institutionelle Präsenz wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl weiter aus. In der Nationalversammlung stellt sie bereits die grösste einzelne Oppositionspartei.
Die Machtverhältnisse im Senat kippen dadurch allerdings nicht. Die traditionelle Rechte und die politische Mitte bleiben dort die dominierenden Kräfte. Der langjährige Senatspräsident Gérard Larcher von Les Républicains dürfte erneut gewählt werden.
Der RN war 2014, damals noch unter dem Namen Front National, erstmals mit zwei Vertretern in den Senat eingezogen. Der jetzige Erfolg folgt auf Zugewinne bei den Kommunalwahlen. RN-Abgeordneter Sébastien Chenu bezeichnete das Ergebnis als «Schub für den Präsidentschaftswahlkampf». Für die Partei gebe es inzwischen «keine gläserne Decke mehr».