«Hart völkischen Weg eingeschlagen»: Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir fordert AfD-Verbot auf Landesebene statt bundesweitem Verfahren
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

«Hart völkischen Weg eingeschlagen»: Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir fordert AfD-Verbot auf Landesebene statt bundesweitem Verfahren

Anhören ( 2 min )
KI-Stimme
«Hart völkischen Weg eingeschlagen»: Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir fordert AfD-Verbot auf Landesebene statt bundesweitem Verfahren
«Hart völkischen Weg eingeschlagen»: Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir fordert AfD-Verbot auf Landesebene statt bundesweitem Verfahren
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir bringt ein Verbot einzelner AfD-Landesverbände ins Spiel. Vor allem in Thüringen, aber auch in Brandenburg habe die Partei einen Kurs eingeschlagen, den der Grünen-Politiker für verfassungswidrig hält. «Ich kann doch nicht ignorieren, dass die AfD vor allem in Thüringen, aber auch in Brandenburg einen hart völkischen Weg eingeschlagen hat, mit dem sie um ein Verbot geradezu bettelt», sagte Özdemir der Taz.

BERND WEISSBROD / KEYSTONE
Cem Özdemir, Ministerpräsident von Baden-Württemberg
BERND WEISSBROD / KEYSTONE

Entscheidend ist für Özdemir die politische Ausrichtung der jeweiligen Landesverbände. Er unterscheidet zwischen «deutschnationalen» und «völkischen» Positionen. Eine deutschnationale Partei sei nach seiner Einschätzung vom Grundgesetz gedeckt – auch wenn er ihre Positionen persönlich ablehne. «Ich kann schlicht mit einer deutschnationalen Haltung nichts anfangen.» Gleichzeitig müsse man anerkennen, dass ein Teil der Bevölkerung solche Ansichten teile.

Anders sieht Özdemir die Grenze bei einer «völkischen» Ausrichtung. Diese könne nach seiner Auffassung ein Verbotsverfahren rechtfertigen. «Eine deutschnationale Partei wäre durch unsere Verfassung abgedeckt. Da muss die AfD einfach eine Entscheidung treffen», sagte er. «Wenn sie den völkischen Weg geht, und das tut sie ja gerade, dann gibt es dafür einen Artikel in unserer Verfassung.»

Deshalb plädiert Özdemir nicht pauschal für ein Verbot der AfD im gesamten Bundesgebiet. Er argumentiert, dass sich die Partei regional unterschiedlich entwickelt habe. In Thüringen und Brandenburg sieht er Extremisten als besonders einflussreich an und hält deshalb ein Vorgehen gegen diese Landesverbände für möglich.

Die Debatte verbindet Özdemir mit einer grundsätzlichen Einschätzung des rechten politischen Spektrums in Deutschland. Ein Teil der Wähler mit deutschnationalen Positionen sei früher am rechten Rand der Union beheimatet gewesen. Nach der Ära von Angela Merkel suche dieses Milieu nach einer neuen politischen Heimat. Für Özdemir ist deshalb nicht jede rechte Position automatisch verfassungswidrig.

Für seine eigene Partei fordert Özdemir zugleich einen Kurs in der politischen Mitte. Sein Wahlergebnis von 30,2 Prozent in Baden-Württemberg führt er auf diese Ausrichtung zurück. Eine mögliche Kanzlerkandidatur schliesst er jedoch aus. Er sei als Ministerpräsident «sehr glücklich» und habe «wahrlich genug zu tun».

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 06.10.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.