Weil politisch gerade nicht viel los ist, wird derzeit in den Medien eine der sauersten aller Gurken diskutiert. Es geht darum, Nazi-Symbole zu verbieten und unter Strafe zu stellen.
Die ganze Geschichte hat zusätzlichen Auftrieb erhalten, weil ein paar Jugendliche aus aller Welt in Wehrmachtsuniformen im Berner Oberland auf Wandertour waren.
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Natürlich rufen jetzt die üblichen Betroffenheits-Apostel wie die Aargauer Ständerätin Marianne Binder (Die Mitte) wieder am lautesten nach einem Verbot von Insignien des Dritten Reiches und verlangen gleichzeitig auch scharfe Bussen für alle jene, die dagegen verstossen. Der übereifrige Justizminister Beat Jans, der eigentlich gescheiter sein Asylchaos aufräumen würde, als sich mit solchem Gäggleri-Zeug auseinanderzusetzen, ist denn auch an der Ausarbeitung einer entsprechenden Vorlage.
Das kann man machen. Das ist aber heikel, weil die Nazis kein Monopol besassen auf Massenmord. Was ist mit den Gräueltaten von Kommunisten?
Müsste man – wenn schon – konsequenterweise nicht auch das Absingen der «Internationalen», also des Kampfliedes der Arbeiterbewegung, unter Strafe stellen? Im Namen dieser Hymne wurden Dutzende Millionen Menschen – zuweilen ist sogar die Rede von hundert Millionen – getötet, in der Sowjetunion unter Josef Stalin, in China unter Mao, in Kambodscha unter dem Pol-Pot-Regime – und so weiter.
Es ist interessant, dass Gutmenschen vom Schlage eines Beat Jans oder einer Marianne Binder immer nur nach rechts blicken und sich für die blutverschmierten Symbole linker und anderer Ideologien blind stellen.
Konsequentes Handeln würde bedeuten, alle Symbole mörderischer Ideologien gleich zu behandeln. Aber dann müsste man am Ende wohl auch das Kreuz verbieten. Besser wäre es darum, diesen woken Gutmenschen-Verbots-Leerlauf endlich zu stoppen.
Haben wir keine anderen Probleme?