In Deutschland wird seit Jahrzehnten mit zweierlei Mass gemessen. Spätestens seit den siebziger Jahren gilt: Linksradikalismus ist akzeptabel, Rechtsradikalismus hingegen ist mit allen Mitteln zu bekämpfen. Als Linksradikaler schafft man es leicht zum Mediendarling, als Rechtsradikaler wird man umgehend zur Unperson.
Jüngstes Beispiel: Deutschland neuer Medienstar Heidi Reichinnek. In einem Interview bekannte sie: «In den heutigen Zeiten muss man radikal sein.» Die Demokratie werde durch explodierenden Reichtum ausgehöhlt. «Wer das verhindern will, der darf den Kapitalismus nicht stützen, er muss ihn stürzen. Er muss sich dagegenstemmen und die Systemfrage stellen, ganz klar.»
Um sich klarzumachen, was Reichinnek hier sagt, muss man sich nur vorstellen, Alice Weidel hätte verkündet, man müsse jetzt radikal sein, die Migration würde das Gemeinwesen bedrohen, und entsprechend müsse man die Systemfrage stellen. Ein Schrei der Empörung würde durchs Land gehen, und die AfD wäre vermutlich schneller verboten als man bis drei zählen kann.
Dass der Linken so etwas droht, ist hingegen ausgeschlossen. Selbst für die Feststellung, dass die Partei als gesichert linksextrem zu gelten hat, wird es nicht reichen. Und eine Diskussion, ob man Frau Reichinnek im öffentlich-rechtlichen Rundfunk weiterhin ein Forum bieten kann, wird es auch nicht geben.
Grundlegende Verfassungsgüter wie das Recht auf Eigentum darf man öffentlich in Frage stellen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Wer jedoch Masseneinwanderung aus fremden Kulturen für ein Problem hält, ist ein Verfassungsfeind. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie weit die öffentliche Meinung in Deutschland nach links gerückt ist: Heidi Reichinnek hat ihn erbracht.