Man sollte Michael Kretschmers Auftritt bei Maischberger im Grundkurs Psychologie zeigen. So ein schönes Beispiel für den Befund «kognitive Dissonanz». Sachsens Regierungschef belegte, dass er richtig denken, aber falsch handeln kann – und selbst keinen Widerspruch erkennt.
Er habe «das Gefühl, in den letzten acht Jahren wurde nichts dazugelernt». Die Politik müsse den Bürgern aufmerksamer zuhören – «und dann auch ab und zu tun, was sie wollen». Das sei wichtiger, als sich mit «Fragen von Brandmauern oder Unvereinbarkeitsbeschlüssen zu beschäftigen».
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Wunderbar. Dann fällt also endlich die Brandmauer, mit der sich Kretschmers CDU die AfD vom Leibe hält? Natürlich nicht. «Die AfD ist keine normale Partei», dozierte Kretschmer in bester kognitiv dissonanter Manier. Brandmauer ist schlecht, es sei denn, sie ist gut, so seine Logik.
Bei den extremen Linken sieht Kretschmer das nicht so eng. Dass die CDU jede Zusammenarbeit mit den Erben der SED-Diktatur ablehnt, sei schon immer «wahrscheinlich ungerecht» gewesen. Meint der Mann, der seine Kindheit in dieser Diktatur verbrachte.
Wahrscheinlich kann ihn nur der Wähler umstimmen. Derzeit liegt die AfD in Sachsen bei 37 Prozent. Zehn Punkte vor der CDU.