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Guardian: USA kontrollieren mehr als die Hälfte der Militärbasen in Australien

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Guardian: USA kontrollieren mehr als die Hälfte der Militärbasen in Australien
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Das US-Militär und amerikanische Rüstungskonzerne kontrollieren oder nutzen 110 Verteidigungsanlagen in Australien und sind damit an mehr als der Hälfte der erfassten Einrichtungen präsent. Das geht aus einer Datenbank des Nautilus Institute hervor, die der Guardian veröffentlicht hat. Der verantwortliche Forscher Richard Tanter spricht von einer weitreichenden Integration der australischen Streitkräfte in die amerikanische Militärstruktur.

STEVEN SAPHORE / KEYSTONE
US-Marines vor der US-Flagge auf der USS America in Sydney (Symbolbild)
STEVEN SAPHORE / KEYSTONE

Die Untersuchung erfasst 168 Einrichtungen. Davon stehen 17 unter amerikanischer Kontrolle, während US-Streitkräfte Zugang zu weiteren 75 haben. Rüstungskonzerne nutzen zusätzlich 18 Anlagen. Die Datenbank unterscheidet einzelne Einrichtungen von Militärbasen: So zählt der gemeinsame Geheimdienststandort Pine Gap wegen seiner verschiedenen Funktionen mehrfach.

Die amerikanische Präsenz umfasst Aufklärung, Satellitenkommunikation, Ausbildung und die Lagerung von Waffen, Munition und Treibstoff. In Darwin rotieren bis zu 2500 US-Marines. Ab 2027 sollen zudem bis zu 1200 amerikanische Militärangehörige vom U-Boot-Stützpunkt HMAS Stirling aus operieren. Australien und die USA wollen ihre Zusammenarbeit im Rahmen des Aukus-Abkommens weiter ausbauen.

Verteidigungsminister Richard Marles begründet die wachsende Präsenz mit der Sicherheit Australiens und dem militärischen Aufstieg Chinas. Sein Ministerium betont, die Regierung behalte die alleinige Kontrolle über den Einsatz australischer Streitkräfte und die Nutzung des eigenen Territoriums. Ausländische Militärbasen auf australischem Hoheitsgebiet lehne Canberra grundsätzlich ab.

Kritiker sehen dennoch Risiken für die eigenständige Aussenpolitik. Tanter warnt, Australien werde zunehmend in amerikanische Kriegsplanungen eingebunden. Der frühere australische Militärforscher Albert Palazzo befürchtet, das Land könne dadurch in einen Konflikt zwischen den USA und China hineingezogen werden.

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