Die vier grossen europäischen Fussball-Ligen fordern einen grundlegenden Umbau der Fifa. Bundesliga, Premier League, Serie A und La Liga verlangen in einem gemeinsamen Schreiben weitreichende Reformen der Führungsstrukturen des Weltverbands. «Die langjährigen Grundlagen des Fussballs wurden in den letzten Jahren durch ein grundlegendes Führungsproblem bedroht», heisst es darin. Fifa-Präsident Gianni Infantino wird nicht namentlich genannt, eine Rücktrittsforderung erheben die Ligen ebenfalls nicht.
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Unterzeichnet wurde der Brief von Bundesliga-Geschäftsführer Marc Lenz sowie den Ligachefs Javier Tebas aus Spanien, Luigi De Siervo aus Italien und Richard Masters aus England. Sie verlangen drei konkrete Änderungen: Betroffene Gruppen sollen bei wichtigen Entscheidungen tatsächlich mitreden können, Beschlüsse sollen sich stärker auf nachprüfbare Fakten stützen, und die Fifa soll besser vor kommerziellen Interessen geschützt werden.
Die Kritik richtet sich insbesondere gegen die Machtstrukturen innerhalb des Weltverbands. Es reiche nicht, lediglich «oberflächliche Verfahrensänderungen» vorzunehmen, schreiben die Ligachefs. Nötig sei eine grundlegende Reform mit klaren Grenzen für die Führung. Auch Disziplinarentscheidungen müssten nachweislich vor politischer Einflussnahme geschützt sein. Als Beispiel nennt der Bericht die bei der vergangenen WM nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump zurückgenommene Rotsperre gegen Stürmer Folarin Balogun.
Nach der Wahl des nächsten Fifa-Präsidenten am 18. März 2027 in Rabat soll innerhalb von 100 Tagen eine unabhängige Kommission eingesetzt werden. Diese soll spätestens sechs Monate später einen öffentlichen Bericht über die notwendigen Reformen vorlegen.
Infantino hat bereits eine externe Überprüfung der Fifa-Führung und Gespräche über veränderte Entscheidungsprozesse angeboten. Gleichzeitig will er den Verband weiterführen. Bislang ist er der einzige Kandidat für die Präsidentenwahl im März 2027. Auch die Uefa sowie Fussballverbände aus Nord- und Mittelamerika stellen sich gegen seinen Kurs, haben bisher jedoch keinen Gegenkandidaten präsentiert.