Nach vier Generationen steht das Weingut der Familie Bender im pfälzischen Bissersheim vor dem Aus. Die Genossenschaft Habitat Weine e. G., in die Winzer Wolfgang Bender den Familienbetrieb überführt hatte, ist insolvent. Einen Jahrgang 2026 wird es nicht mehr geben. Als Gründe nennt der 38-Jährige laut einem Bericht der Rheinpfalz neben der allgemeinen Krise der Weinbranche auch eigene unternehmerische Entscheidungen – darunter ausgerechnet die Umstellung seiner Kundenansprache auf Gender-Deutsch.
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Bender hatte das Weingut 2011 übernommen und später versucht, es konsequent ökologisch und sozial auszurichten. Einen Teil der Rebstöcke liess er für Biotope und Obstanbau roden. Zugleich wandelte er den Familienbetrieb in eine Genossenschaft um. Das habe bei Kunden den falschen Eindruck erweckt, der Betrieb produziere nun Wein als Massenware, berichtet Bender.
Besonders folgenreich war nach seiner Darstellung ein gegenderter Newsletter. Eine Praktikantin hatte ihn auf das Thema gebracht. Nach längeren Diskussionen habe er die geschlechtergerechte Sprache schliesslich für gerechter gehalten und seine Kunden entsprechend angeschrieben. Danach sei der Absatz eingebrochen. Einen grossen Teil seiner langjährigen Stammkundschaft habe er durch die neue Ansprache und die Umwandlung in eine Genossenschaft verloren.
Hinzu kamen strukturelle Probleme. In Deutschland wird weniger Alkohol getrunken, während der ökologische Anbau und die auf mehrere Flächen verteilte Produktion den Arbeitsaufwand erhöhten. Bender fragt sich inzwischen selbst, ob er zu sehr in einer eigenen «Blase» gelebt und dadurch das Gespür für Teile seiner Kundschaft verloren habe.
Ein Rettungsversuch ist nicht mehr vorgesehen. Ein gerichtlich eingesetzter Insolvenzverwalter soll Geräte, Grundstücke und Weinberge verwerten und zunächst die Gläubiger bedienen. Bender hofft dennoch, dass ein Nachfolger die Rebflächen übernimmt und weiterhin sozial, ökologisch und nachhaltig bewirtschaftet.