Die Zahl der Migranten und abgelehnten Asylsuchenden, die Deutschland freiwillig verlassen, ist deutlich gestiegen. Im ersten Halbjahr 2026 kehrten 9276 Menschen mit finanzieller Unterstützung des Bundes in ihr Herkunftsland oder einen aufnahmebereiten Drittstaat zurück. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 7348 – ein Anstieg um rund 26 Prozent. Das geht aus Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hervor, über die Die Zeit berichtet.
Paul Zinken/EPA/Keystone
Bereits 2025 hatte die Zahl der geförderten freiwilligen Ausreisen kräftig zugenommen. Insgesamt unterstützten die Behörden 16.578 Menschen bei der Rückkehr. 2024 waren es noch 10.358. Innerhalb eines Jahres entspricht das einem Anstieg von rund 60 Prozent.
Die freiwillige Rückkehr wird vom Bund finanziell unterstützt. Über das sogenannte Reag/Garp-Programm übernimmt das Bamf unter anderem die Reisekosten. Erwachsene erhalten zusätzlich eine «Starthilfe» von 1000 Euro, Kinder und Jugendliche bekommen 500 Euro. Das Programm soll Menschen eine freiwillige Ausreise ermöglichen und kann sowohl für die Rückkehr ins Herkunftsland als auch für die Weiterreise in einen aufnahmebereiten Drittstaat genutzt werden. Seit Januar 2025 können auch Rückreisen nach Syrien wieder gefördert werden. Wegen des Bürgerkriegs war diese Möglichkeit zuvor ausgesetzt worden.
Trotz der steigenden Zahl freiwilliger Ausreisen bleibt die Zahl der Menschen, die Deutschland eigentlich verlassen müssten, wesentlich höher. Ende Juni 2026 waren laut Ausländerzentralregister 258.845 Menschen ausreisepflichtig. Davon besassen 199.271 eine Duldung. Sie sind zwar grundsätzlich zur Ausreise verpflichtet, können derzeit aber nicht abgeschoben werden, etwa weil eine Abschiebung vorübergehend ausgesetzt ist.
Damit stehen den knapp 9300 geförderten freiwilligen Ausreisen im ersten Halbjahr weiterhin mehr als eine Viertelmillion ausreisepflichtige Menschen gegenüber. Die aktuellen Zahlen zeigen zugleich, dass das Rückkehrprogramm stärker genutzt wird als noch in den beiden vergangenen Jahren.