«Falsche Behauptungen, ohne konkrete Beweise»: Jetzt spricht Francesco Maisano, ehemaliger Herzchirurg am Universitätsspital Zürich
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«Falsche Behauptungen, ohne konkrete Beweise»: Jetzt spricht Francesco Maisano, ehemaliger Herzchirurg am Universitätsspital Zürich

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«Falsche Behauptungen, ohne konkrete Beweise»: Jetzt spricht Francesco Maisano, ehemaliger Herzchirurg am Universitätsspital Zürich
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Der frühere Herzchirurg des Universitätsspitals Zürich, Francesco Maisano, weist in seinem ersten Interview seit Bekanntwerden des Herzchirurgie-Skandals sämtliche Vorwürfe gegen seine Person zurück und kündigt rechtliche Schritte gegen den Berner Herzchirurgen Thierry Carrel an. In der NZZ am Sonntag erklärte Maisano, die öffentliche Darstellung entspreche «nicht den Tatsachen» und reduziere einen komplexen Sachverhalt auf einen «persönlichen Skandal».

NZZ-Photographen-Team
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Besonders scharf reagierte Maisano auf Aussagen Carrels, wonach bei Präsentationen von Operationsvideos negative Verläufe bewusst herausgeschnitten worden seien. «Wer falsche Behauptungen verbreitet, ohne über konkrete Beweise zu verfügen, wird sich vor den zuständigen Stellen dafür verantworten müssen», sagte Maisano. Seine Anwälte prüften eine Klage wegen Verleumdung gegen Carrel.

Der Herzchirurg verteidigte zudem seine umstrittenen innovativen Eingriffe und das Herzimplantat Cardioband. Alle Eingriffe seien vollständig dokumentiert und von Swissmedic sowie Ethikkommissionen genehmigt worden. «Es herrschte völlige Transparenz», sagte Maisano. Die Universität Zürich und das Universitätsspital seien von Beginn an über seine Beziehungen zur Industrie informiert gewesen. «Die Universität selbst erhielt einen Anteil an den Einnahmen aus meinen Kooperationen mit der Industrie», erklärte er.

Maisano räumte zwar administrative Verantwortung für die Vorgänge am USZ ein, wies jedoch den Vorwurf zurück, Patienten leichtfertig gefährdet zu haben. Der Untersuchungsbericht des USZ hatte eine geschätzte Übersterblichkeit von 68 bis 74 Patienten während seiner Amtszeit festgestellt. Maisano betonte hingegen, dass sich die erhöhte Sterblichkeit vor allem auf konventionelle chirurgische Eingriffe konzentriert habe – nicht auf innovative Katheterverfahren wie das Cardioband. Viele seiner Patienten seien Hochrisikofälle gewesen, die andere Kliniken abgelehnt hätten.

Zugleich kritisierte er die Zusammensetzung der Untersuchungskommission. Diese habe ausschliesslich aus Herzchirurgen bestanden, jedoch keinen interventionellen Kardiologen umfasst – also keinen Spezialisten für jene Katheterverfahren, die im Zentrum der Vorwürfe stehen.

Auch die Kritik am Cardioband weist Maisano zurück. Zwar nehme er die negativen Resultate des Zürcher Untersuchungsberichts zur Kenntnis. Internationale Studien und Metaanalysen hätten die Wirksamkeit des Implantats jedoch bestätigt. Dass Thierry Carrel ein Implantat entfernt habe, ohne sein Team zu konsultieren, bezeichnete Maisano als mögliche «Fehleinschätzung».

Zu seinen finanziellen Verbindungen mit dem Medizintechnikunternehmen Valtech erklärte Maisano, sämtliche Interessenkonflikte seien offengelegt worden. Die Vergütung im Zusammenhang mit der Entwicklung des Cardiobands sei legal, genehmigt und den Behörden bekannt gewesen. Angaben zur Höhe der Zahlungen machte er nicht.

Der Herzchirurg kündigte an, bei den laufenden Untersuchungen in Italien vollständig mit den Behörden zu kooperieren. Er sei überzeugt, dass sich seine Arbeitsweise letztlich als korrekt erweisen werde.

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