Die grosse Jasmin Kosubek, die auf Youtube über 350.000 Abonnenten hat, folgte unlängst der Einladung von Melanie Amann (2000 Abonnenten), Dauergast im Staatsfunk und früher beim Magazin Spiegel. Es kam, wie es kommen musste, und begann damit, dass Amann in der Vorstellung scheinbar entschuldigend meinte, Kosubek sei leider ziemlich unbekannt.
Montage der Weltwoche
Kosubek ist eine äusserst offene und freundliche Gesprächspartnerin, die Queer-Influencer ebenso einlädt wie Lockdowngegner, Friedens- oder Paarforscher. Ein undogmatisches Gemisch, wenngleich mit einer gewissen Tendenz zu Regierungskritik und deshalb als Kontrastprogramm zum Staatsfunk erfolgreich. Ich war selbst bei ihr zu Gast und fand es rundum angenehm.
Amann hingegen verkörpert in Mimik, Gestus und Sprache den Typus eines rot-grünen Scharfrichters beziehungsweise Hohepriesters. Falls jemand plausible und fundierte Antworten liefert, kramt Amann anklagend Kontaktschuld, Putin oder eine leere Phrase wie «gesichert rechtsextrem» aus dem Archiv.
Zwischen den beiden entspann sich ein ebenso ungleicher wie unergiebiger Dialog, obwohl dieser Ausdruck wegen der ständigen Unterbrechungen durch Amann vielleicht gar nicht passt. Unbefangene Zuschauer nahmen jedenfalls mit, dass sie im Zweifel lieber zu Kosubek als zu Amann gehen würden.
Den Podcast von Jasmin Kosubek mit Stefan Homburg finden Sie hier: