Finnland will sich als zehntes Land an der von Frankreich vorgeschlagenen «erweiterten» nuklearen Abschreckung beteiligen. Beide Regierungen wollen dazu in den kommenden Monaten eine Lenkungsgruppe einrichten. Dies teilten Frankreich und Finnland am Montag mit.
Finnlands Präsident Alexander Stubb erklärte, die Zusammenarbeit solle die europäische Sicherheit stärken und Eskalationen verhindern. «Die französische Initiative ersetzt nicht die nukleare Abschreckung der Nato und überlappt sich nicht mit ihr», schrieb Stubb auf X. Finnland werde in erster Linie als Mitglied von Nato und EU handeln und plane nicht, «in Friedenszeiten Atomwaffen auf seinem Gebiet zu stationieren».
YOAN VALAT / KEYSTONE
Frankreich hatte im März eine engere Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung mit Deutschland, Grossbritannien, Polen, Schweden, den Niederlanden, Belgien, Griechenland und Dänemark angekündigt. Im Mai schloss sich Norwegen an. Estland führt nach Angaben von Ministerpräsident Kristen Michal ebenfalls Gespräche mit Paris über eine Beteiligung.
Die Entscheidungshoheit über die französischen Atomwaffen soll weiterhin ausschliesslich beim französischen Präsidenten liegen. Von den Partnerstaaten erwartet Paris eine stärkere konventionelle Unterstützung, etwa mit weitreichenden Waffen. Ob Frankreich künftig Atomwaffen in Partnerländern stationieren will, ist offen. Deutschland plant in diesem Jahr erstmals die Teilnahme an einer französischen Nuklearübung.