Die G7-Staaten wollen 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren strategischen Reserven freigeben, nachdem die Trump-Regierung europäischen Ländern laut Politico mit einem möglichen Exportstopp für US-Diesel Druck gemacht hatte. Ein europäischer Diplomat bezeichnete das Vorgehen Washingtons intern als «Erpressung». Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stellte die Gespräche dagegen als konstruktiv dar und erklärte, Trump habe zugesichert, auf einen Exportstopp zu verzichten.
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Die zusätzlichen Mengen sollen innerhalb der kommenden vier Monate auf den Markt kommen. Hintergrund sind Rekordpreise für Diesel infolge des Krieges der USA gegen Iran und des russischen Krieges gegen die Ukraine. Raffinerien im Nahen Osten und in Europa wurden schwer beschädigt. Trump erwägt deshalb seit längerem, amerikanische Dieselausfuhren zu beschränken, um die Preise in den USA zu drücken.
Nach Angaben von zehn Regierungsvertretern und Managern der Ölbranche setzte das Weisse Haus europäische Regierungen direkt unter Druck. Einige EU-Staaten, darunter Deutschland, wehrten sich intern gegen die Forderung. In Brüssel sei das Vorgehen als breiteres Sicherheitsproblem betrachtet worden. Mehrere europäische Vertreter vermuteten laut Politico zudem, Washington wolle vor den anstehenden Zwischenwahlen die wegen hoher Energiepreise unzufriedenen US-Wähler beruhigen.
Die Trump-Regierung weist die Kritik zurück. Europa verfüge über grosse Reserven an raffinierten Ölprodukten und könne deshalb zur Entspannung der Weltmärkte beitragen, erklärte Wirtschaftsberater Kevin Hassett. Das Weisse Haus erwartet zudem weitere Freigaben, falls diese nötig werden.
Unklar bleibt, wie viel zusätzliches Öl tatsächlich auf den Markt kommt. EU-Diplomaten verwiesen darauf, dass Teile der angekündigten 100 Millionen Barrel möglicherweise bereits zu früheren Zusagen gehören.