Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko ist nach Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. Zuvor hatten Ermittler ein mutmassliches Geldwäschenetzwerk im Umfeld seiner Behörde aufgedeckt und bei Durchsuchungen einen Safe voller Dollar-Bündel gefunden. «Ich möchte nicht, dass das Amt des Generalstaatsanwalts als Instrument in politischen Auseinandersetzungen genutzt wird. Meine Haltung zu den Vorwürfen bleibt unverändert», erklärte Krawtschenko am Montag auf Telegram. Er bestreitet jede Beteiligung.
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Die ukrainische Antikorruptionsbehörde Nabu und eine Spezialstaatsanwaltschaft hatten am Samstag mitgeteilt, das Netzwerk sei «von einem Verantwortlichen im Büro des Generalstaatsanwalts geführt» worden. Fünf mutmassliche Mitglieder seien identifiziert worden. Das Netzwerk soll Geld dafür erhalten haben, betrügerische Callcenter vor Strafverfolgung zu schützen und dabei Vermögen in Millionenhöhe gewaschen haben. Mit Bestechungsgeldern sollen Immobilien, Schmuck und andere Wertgegenstände finanziert worden sein. Nabu veröffentlichte zudem das Foto eines Safes mit zahlreichen Bündeln US-Dollar.
Krawtschenko wies die Vorwürfe bereits vor seinem Rücktritt zurück. «Ich weise die Anschuldigungen zurück, wonach ich an der Entgegennahme und der Wäsche von Geldern beteiligt gewesen sein soll, die aus illegalen Callcentern stammen», erklärte er. Seine Ausgaben seien gesetzeskonform und durch seine angegebenen Einkünfte gedeckt.
Der Fall reiht sich in eine Serie von Korruptionsermittlungen in der ukrainischen Führung ein. Erst im August sorgten Abhörprotokolle aus dem Präsidialamt für Aufsehen. Im Zentrum stand die damalige Vize-Stabschefin Iryna Mudra; die Ermittlungen betrafen ein mutmassliches Geldwäschesystem. Präsident Wolodymyr Selenskyj entliess Mudra nach Bekanntwerden der Gespräche.
Die wiederkehrenden Fälle sind auch für den angestrebten EU-Beitritt relevant: Die Bekämpfung der Korruption gehört zu den zentralen Anforderungen an die Ukraine.