Die US-Geheimdienste warnen laut der spanischen Zeitung El Mundo vor einem möglichen russischen Drohnenangriff auf Spanien, Frankreich oder Italien. Die CIA habe entsprechende Erkenntnisse mit mehreren europäischen Regierungen geteilt, berichtet El Mundo unter Berufung auf Geheimdienst- und Diplomatenkreise. Eine öffentliche Bestätigung der CIA für den Bericht liegt bislang nicht vor.
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«Sie werden vom Meer aus gestartete Drohnen einsetzen, versteckt im Container eines Schiffes; das ist überhaupt nicht schwierig», sagte eine nicht namentlich genannte Quelle aus dem Umfeld des litauischen Verteidigungsministeriums gegenüber El Mundo. Demnach könnte Russland sogenannte Gerbera-Drohnen von Handelsschiffen im Mittelmeer starten. Die Fluggeräte erreichen laut dem Bericht eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern und Geschwindigkeiten um 160 Kilometer pro Stunde.
Mit einer Sprengladung von lediglich vier bis fünf Kilogramm wären die Drohnen kaum für massive Zerstörungen geeignet. Sie könnten jedoch Brände auslösen, Anlagen beschädigen oder Flughäfen und Häfen zeitweise lahmlegen. Ein Start von einem Frachter 200 bis 300 Kilometer vor der Küste würde zudem die Identifizierung des Ausgangspunkts erschweren.
Die Warnung soll europäischen Regierungen nach der Moskau-Reise von CIA-Direktor John Ratcliffe Ende August zugegangen sein. Reuters bestätigte unabhängig, dass Ratcliffe damals hochrangige russische Geheimdienstvertreter traf; Einzelheiten der Gespräche wurden nicht veröffentlicht.
Frankreich hat seine Vorkehrungen gegen sogenannte hybride Angriffe zuletzt verstärkt. Präsident Emmanuel Macron berief vergangene Woche führende Politiker zu Beratungen ein und verlangte einen Plan zum Schutz kritischer Infrastruktur. Paris wirft Moskau eine zunehmende Kampagne mit Cyberangriffen, Sabotage und Drohnen vor. Russland bestreitet westliche Vorwürfe zu solchen Operationen regelmässig.