Porsche korrigiert seinen Elektrokurs und setzt wieder stärker auf Verbrennungsmotoren. Einen vollelektrischen 911 schliesst Konzernchef Michael Leiters grundsätzlich aus. Der seit Januar amtierende Porsche-Chef sagte der Financial Times: «Einen elektrischen 911 wird es nicht geben.» Zugleich wehrte er sich gegen den Ruf, ein Elektroskeptiker zu sein. Diese Bezeichnung sei «unfair».
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Leiters will das Angebot des Sportwagenbauers zwischen Elektroautos und Verbrennern neu austarieren. Porsche plant deshalb für 2028 wieder einen Macan mit Verbrennungsmotor. Beim geplanten Luxus-Geländewagen K1 ist die Wahl des Antriebs noch offen. Gerade in den oberen Fahrzeugklassen gebe es weiterhin eine grössere Nachfrage nach Benzinern, sagte Leiters. Am bereits geplanten elektrischen 718 hält Porsche dagegen fest.
Hinter dem Kurswechsel stehen wirtschaftliche Probleme. Die Verkäufe des elektrischen Macan sanken laut Financial Times im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent, während die Verbrennerversion um 2 Prozent zulegte. Gleichzeitig kämpft Porsche mit einem massiven Einbruch in China. Dort gingen die Auslieferungen im ersten Halbjahr um 32 Prozent zurück.
Leiters will deshalb auch die Kosten und die Grösse des Unternehmens reduzieren. Porsche sei nach zwei Jahrzehnten des von China getragenen Wachstums zu gross geworden. Bis 2035 sollen rund 9000 Stellen wegfallen, etwa ein Fünftel der Belegschaft. Weitere Stellenstreichungen seien derzeit nicht geplant.
Trotz der Rückkehr zu Benzinmodellen will Leiters die Elektromobilität nicht abschreiben. Kurzfristig erwartet er allerdings keine Kostengleichheit zwischen Elektroautos und Verbrennern. Höhere Elektroverkäufe dürften deshalb vorerst die Gewinnmarge belasten. Porsche setzt damit nicht mehr auf den schnellen Abschied vom Verbrennungsmotor, sondern auf beide Antriebsarten.