Deutschland will Asylbewerber, für deren Verfahren Italien zuständig ist, wieder dorthin zurückschicken. Dies berichtet die Bild-Zeitung. Gemäss Bundesinnenministerium (BMI) soll am 19. August erstmals wieder eine Asylbewerberin nach Italien abgeschoben werden.
Bei der Betroffenen handelt es sich laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa um eine 22-jährige Somalierin. Sie reiste Ende März nach Deutschland ein, hatte jedoch zuvor in Italien erstmals EU-Boden betreten. Nach den Dublin-Regeln ist deshalb Italien für ihr Asylverfahren zuständig.
JULIAN STRATENSCHULTE / KEYSTONE
Das Innenministerium erklärte: «Deutschland erwartet daher, dass Überstellungen nach Italien und Griechenland seit dem genannten Zeitpunkt wieder durchgeführt werden.» Italien und Griechenland hatten laut BMI im Herbst 2025 zugesagt, die Dublin-Regeln mit Inkrafttreten des neuen EU-Asylsystems am 12. Juni 2026 wieder umzusetzen.
In Deutschland leben Zehntausende Migranten, für deren Asylverfahren andere EU-Staaten zuständig sind. Deutschland stellte 2025 rund 35.900 Übernahmeersuchen. Etwa 23.900 davon wurden bewilligt, tatsächlich erfolgten jedoch nur rund 5370 Überstellungen. Italien hatte sich seit 2022 geweigert, Dublin-Fälle aus Deutschland zurückzunehmen. Wie viele Menschen künftig nach Italien und Griechenland überstellt werden, ist laut BMI noch offen.