Nach dem Fund einer dritten mit Sprengstoff bestückten Drohne nahe dem Flughafen Leipzig/Halle warnt Bundeskanzler Friedrich Merz vor einer wachsenden Bedrohung Deutschlands durch hybride Angriffe. «Der Drohnenangriff in Leipzig zeigt unter anderem, dass wir es ebenfalls mit sehr realen Bedrohungen zu tun haben. Deutschland ist verstärkt ins Visier hybrider Angreifer geraten», sagte Merz am Dienstag vor einer Kabinettsklausur in Neuhardenberg. Das berichtet Politico.
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Bereits zuvor hatten Sprengstoffdrohnen rund um den Flughafen Leipzig die Sicherheitsbehörden beschäftigt. Am 5. August entdeckte ein Flughafenmitarbeiter eine Drohne mit einem Sprengsatz, dessen Zünder offenbar versagt hatte. Am 14. August wurde eine weitere Drohne in der Nähe des Flughafens gefunden. Die Weltwoche berichtete.
Wer hinter den Vorfällen steckt, ist bislang nicht öffentlich geklärt. Merz vermied am Dienstag eine konkrete Zuschreibung. Die Regierung arbeite gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden intensiv an der Aufklärung und werde ihre Erkenntnisse demnächst vorstellen. Hinter verschlossenen Türen äusserte sich der Kanzler offenbar konkreter: Laut Bild sagte Merz am Montag vor CDU-Mitgliedern, die Regierung verfüge über «Indizien, die auf die Täter der Straftat hindeuten». Welche Hinweise gemeint sind, blieb offen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte bereits nach dem ersten Fund einen staatlichen Hintergrund ins Spiel gebracht. Auf die Frage, ob ein staatlicher Akteur hinter der Bedrohung stehen könnte, sagte er am 6. August: «Viele Hinweise deuten in diese Richtung.»
Die Vorfälle fallen in eine Phase, in der Berlin seine Nachrichtendienste mit zusätzlichen Befugnissen gegen hybride Bedrohungen ausstatten will. Nach den geplanten Reformen könnte der Bundesnachrichtendienst laut Politico künftig unter anderem Sabotageakte und offensive Cyberoperationen durchführen. Ein deutscher Geheimdienstbericht hatte bereits im vergangenen Jahr festgestellt, dass sich die Sicherheitslage seit Russlands Angriff auf die Ukraine 2022 «deutlich verschlechtert» habe.