Nach dem mutmasslichen Anschlagsversuch auf den Flughafen Leipzig/Halle haben Ermittler offenbar eine dritte Drohne entdeckt und in der Nähe des Fundorts möglicherweise militärischen Sprengstoff sichergestellt.
Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung fanden die Behörden das Fluggerät am 14. August auf einem Feld im Kabelsketal im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Einen Tag später stiessen Ermittler dort demnach auf eine Substanz, bei der es sich nach ersten Einschätzungen um rund 50 Gramm Hexogen handeln könnte. Der hochexplosive Sprengstoff wird auch militärisch verwendet.
Hendrik Schmidt/DPA/Keystone
Damit gehen die Ermittler offenbar nicht mehr von einem einzelnen Fluggerät aus. Bereits am Abend des 4. August war im Sicherheitsbereich des Flughafens eine Drohne zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Wenig später kollidierte ein zweites Flugobjekt mit einer Frachtmaschine, die wegen der gesperrten Nordpiste nicht landen konnte und durchstarten musste. Nach ihrer Umleitung nach Hannover wurden leichte Schäden an der Maschine festgestellt.
Der erste Fund hatte umfangreiche Ermittlungen ausgelöst. Die Bundesanwaltschaft bezeichnete den Vorfall als «schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland». Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) stellte den Vorgang später in einen grösseren Zusammenhang. «Leipzig ist kein singulärer Fall, sondern Leipzig ist Teil eines grösseren Gebildes, mit dem wir es zu tun haben», sagte er.
Wer hinter dem mutmasslichen Anschlagsversuch steckt, ist weiterhin ungeklärt. Nach Angaben des Berichts prüfen die Sicherheitsbehörden auch einen möglichen russischen Hintergrund. Belege für eine russische Urheberschaft liegen bislang jedoch nicht vor. Die Ermittlungen zu den drei Drohnen und dem gefundenen Sprengstoff dauern an.