Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge wirbt für eine Bundesregierung aus Grünen, SPD und Linken. «Grün-Rot-Rot wäre sich in vielen sozialen Fragen und hoffentlich auch beim Klimaschutz einig», sagte Dröge der Zeit. Sie sieht für zentrale Vorhaben des Bündnisses breite Unterstützung in der Bevölkerung: «Die Mitte tickt eigentlich links.»
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Als gemeinsame Projekte nennt Dröge eine stärkere Besteuerung sehr grosser Vermögen, eine Regulierung für bezahlbare Mieten und den Kampf gegen Kinderarmut. Dafür gebe es «grosse gesellschaftliche Mehrheiten». Eine solche Regierung könne aus ihrer Sicht für politische Bewegung sorgen: «Wir könnten hier viel hinbekommen, und ein grosser Teil des Landes würde sagen: Cool, endlich tut sich was.»
Auf Rot-Rot-Grün will sich die Grünen-Politikerin allerdings nicht festlegen. Auch ein Bündnis mit der CDU hält sie für denkbar. «Nur Schwarz-Grün und Grün-Rot-Rot wären Regierungen mit einer eigenen Aufbruchserzählung», sagte Dröge.
Gerade diese Offenheit stösst bei der Linken auf Widerstand. Parteichefin Ines Schwerdtner wies Dröges Vorstoss zurück: «Wenn Frau Dröge eine Koalition mit CDU und Linken gleichermassen für eine Aufbruchserzählung hält, hat sie keinen Kompass.» Dann gehe es Dröge «nur um Macht». Die Linke stehe nicht als «Mehrheitsbeschafferin für Machtspielchen» zur Verfügung.
Kritik kam auch aus der CDU. Staatsministerin Serap Güler reagierte auf Dröges Überlegungen auf X mit der Frage: «Gehört der Antisemitismus und die Liebe zu Clans auch dazu?» Der Vorstoss fällt in eine Phase, in der Grüne, SPD und Linke bereits in Berlin über eine mögliche gemeinsame Regierung sprechen.