Die AfD-Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla leiten aus dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt einen klaren Regierungsauftrag ab und erklären die bisherige Abgrenzungsstrategie der CDU für gescheitert. Weidel sprach im ZDF von einem «historischen Ergebnis» und einem «klaren Regierungsauftrag für die stärkste Partei». «Schauen Sie sich unser Ergebnis an! Wir gehen hier durch die Decke», sagte sie.
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Die Hand der AfD sei gegenüber den anderen Parteien ausgestreckt. «Wir ziehen keine Brandmauer», erklärte Weidel. Zugleich betonte sie, dass der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt bei den weiteren Entscheidungen völlig eigenständig sei. Den Wahlerfolg sieht die Parteichefin als Vorzeichen für weitere Zugewinne: «Wir werden in ganz Ostdeutschland durch die Decke gehen. Auch im Bund.» Der CDU prophezeite sie dagegen weitere Niederlagen: «Die CDU wird keine Wahlen mehr gewinnen, keine Bundestagswahl.»
Co-Parteichef Chrupalla erhob ebenfalls einen Machtanspruch. «Ulrich Siegmund wird unser neuer Ministerpräsident», sagte er in Magdeburg. Sollte es nicht für eine Alleinregierung reichen, werde die AfD «allen die Hand ausstrecken, die es gut mit Sachsen-Anhalt meinen und auch mit Deutschland». Neben Vereinbarungen mit anderen Parteien brachte Chrupalla auch eine tolerierte Minderheitsregierung ins Spiel.
Das Ergebnis wertete er zugleich als Signal an Bundeskanzler Friedrich Merz und die CDU. «Wir haben die CDU halbiert, also von daher toller Abend», sagte Chrupalla mit Blick auf das frühere Ziel von Merz, die AfD zu halbieren. Ministerpräsident Sven Schulze sei klar abgewählt.
Auch die sogenannte Brandmauer gegen die AfD erklärte Chrupalla für gescheitert. «Die Brandmauer ist abgewählt worden, am heutigen Tage endgültig», sagte er in der ARD. Der CDU gab er mit auf den Weg: «Toi toi toi, viel Spass mit den Linken, wenn man sich damit tolerieren will.»