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Deutschlands Wohlstandsformel geht nicht mehr auf: Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr erwirtschaften

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Deutschlands Wohlstandsformel geht nicht mehr auf: Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr erwirtschaften
Deutschlands Wohlstandsformel geht nicht mehr auf: Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr erwirtschaften
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Deutschlands Wohlstand gerät nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zunehmend unter Druck. Um den heutigen Lebensstandard langfristig zu halten, müsste die Arbeitsproduktivität künftig um mindestens 1,6 Prozent pro Jahr steigen. In den vergangenen sechs Jahren waren es durchschnittlich lediglich 0,3 Prozent. Damit wäre mehr als das Fünffache des derzeitigen Produktivitätswachstums notwendig. Das geht aus einer neuen IW-Studie hervor, über die die Bild-Zeitung berichtet.

Florian Gärtner/DPA/Keystone
Menschen bei körperlich anstrengender Arbeit im Freien (Symbolbild)
Florian Gärtner/DPA/Keystone

Das Problem: Deutschlands Wirtschaft schafft pro geleisteter Arbeitsstunde kaum noch zusätzliche Wertschöpfung. In den 1980er und 1990er Jahren stieg die Arbeitsproduktivität laut IW noch um durchschnittlich rund 2 Prozent jährlich. Inzwischen hat sich dieses Wachstum nahezu auf null reduziert. Bleibt es dabei, lässt sich der bisherige Wohlstand nach Einschätzung der Forscher nicht halten.

Verschärft wird die Lage durch den demografischen Wandel. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erreicht Deutschland 2026 einen Wendepunkt: Erstmals verlassen altersbedingt mehr Menschen den Arbeitsmarkt, als jüngere nachrücken. Damit müssen künftig weniger Erwerbstätige die Wirtschaftsleistung erwirtschaften, auf der Einkommen und Wohlstand beruhen.

Gleichzeitig kann ein beträchtlicher Teil der jungen Generation diese Lücke derzeit nicht füllen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts war im Jahr 2025 jeder zehnte 20- bis 24-Jährige weder in Arbeit noch in Ausbildung. 2022 waren es noch 8,8 Prozent. Von dieser Gruppe sucht ein Viertel nach Arbeit. Rund zwei Drittel stehen dem Arbeitsmarkt dagegen gar nicht zur Verfügung; lediglich 6 Prozent beginnen demnächst eine Ausbildung oder ein Studium.

Das IW sieht deshalb vor allem einen Ausweg: Die verbliebenen Arbeitskräfte müssen deutlich produktiver werden. Als fünf zentrale Hebel nennen die Forscher Digitalisierung, den Einsatz künstlicher Intelligenz, Innovationen, Bürokratieabbau und höhere Investitionen. Ohne einen kräftigen Produktivitätsschub dürfte es nach ihrer Einschätzung immer schwieriger werden, den bisherigen Lebensstandard trotz schrumpfender Erwerbsbevölkerung zu halten.

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