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Deutschlands Luftwaffenchef Neumann: «Wir sind bereit, heute Nacht zu kämpfen»

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Deutschlands Luftwaffenchef Neumann: «Wir sind bereit, heute Nacht zu kämpfen»
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Deutschland würde im Fall eines russischen Angriffs auf ein Nato-Mitglied unverzüglich militärisch reagieren. Das sagte Luftwaffeninspekteur Holger Neumann in einem Interview mit dem britischen Telegraph. «Wenn es zu einem Konflikt kommt – hoffentlich nie –, aber wenn doch, werden wir jeden Zentimeter unseres Territoriums verteidigen», erklärte der Generalleutnant. Zugleich betonte er, innerhalb des Bündnisses gebe es «keine unterschiedlichen Sicherheitszonen». Ein Angriff auf Estland oder die baltischen Staaten würde demnach dieselbe Antwort auslösen wie ein Angriff auf andere Nato-Mitglieder.

Leszek Szymanski/EPA/Keystone
Luftwaffenchef Holger Neumann auf dem Stützpunkt Malbork in Polen
Leszek Szymanski/EPA/Keystone

Neumann nannte die russische Exklave Kaliningrad, die Kola-Halbinsel mit ihren strategischen Militäranlagen sowie das Schwarze Meer als Regionen, die im Fall eines Nato-Verteidigungseinsatzes ins Visier geraten könnten. Die Allianz werde geschlossen handeln. Eine militärische Antwort der Nato entspreche «32 gegen X», sagte er mit Verweis auf die 32 Luftwaffen der Mitgliedstaaten.

Besonders bemerkenswert ist die Aussage des Luftwaffenchefs zur Einsatzbereitschaft der Bundeswehr. Trotz jahrzehntelanger Unterinvestitionen sei die Luftwaffe bereit, «heute Nacht zu kämpfen». Damit meine er keine politische Drohung, sondern die Fähigkeit zum sofortigen Einsatz. «Wenn mich jetzt jemand anruft und sagt, wir haben hier folgende Situation, müssen wir jetzt bereit sein – und wir sind bereit», sagte Neumann. «Wir werden mit allem reingehen, was wir in Deutschland haben, die Luftwaffe, aber auch in der Nato, um unser Land, unsere Werte, unsere Bevölkerung und unser Bündnis zu verteidigen.»

Der General stellte die Aussagen in den Zusammenhang der laufenden Aufrüstung Deutschlands. Die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz investiert Milliarden in zusätzliche Luftverteidigungssysteme wie Patriot, Iris-T und Arrow 3. Ziel ist eine deutlich stärkere Rolle Deutschlands innerhalb der europäischen Sicherheitsarchitektur und der Nato. Gleichzeitig warnte Neumann davor, die russischen Streitkräfte wegen ihrer Schwierigkeiten im Ukraine-Krieg zu unterschätzen. «Regel Nummer eins: Unterschätze niemals deinen Gegner», sagte er. Russland habe seine Streitkräfte in den vergangenen vier Kriegsjahren angepasst und verfüge weiterhin über leistungsfähige Kampfflugzeuge und Raketensysteme.

Für den Fall eines Krieges mit Russland rechnet die Bundeswehr zudem damit, grosse Teile der deutschen Luftwaffe an die Nato-Ostflanke zu verlegen. Während Deutschland bislang vor allem einzelne Eurofighter-Kontingente oder Patriot-Einheiten entsandte, könnte künftig die gesamte einsatzfähige Luftwaffe für die Bündnisverteidigung eingesetzt werden. Eine Verlegung in diesem Umfang wurde nach Angaben Neumanns bislang nie durchgeführt und gehört zu den zentralen Aufgaben der kommenden Monate.

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