Deutschland verschärft Überprüfungen: Immer mehr Syrer verlieren ihren Schutzstatus
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Deutschland verschärft Überprüfungen: Immer mehr Syrer verlieren ihren Schutzstatus

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In Deutschland verlieren deutlich mehr Syrer ihren Schutzstatus als noch in den vergangenen Jahren. Im ersten Halbjahr 2026 endeten 23,2 Prozent von 8320 überprüften Fällen mit einem Widerruf oder einer Rücknahme des Schutzes. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, über die die Welt berichtet. 2025 lag der Anteil noch bei 3,7 Prozent, 2024 bei 3,1 Prozent.

Andreas Arnold/Keystone
Exil-Syrer feiern in Mainz den Sturz des Assad-Regimes (Symbolbild)
Andreas Arnold/Keystone

Hintergrund ist die veränderte Lage in Syrien nach dem Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024. Ein Schutzstatus kann widerrufen werden, wenn die Voraussetzungen dafür nachträglich entfallen, etwa weil sich die Situation im Herkunftsland grundlegend verändert hat. Eine Rücknahme erfolgt dagegen, wenn sich herausstellt, dass im ursprünglichen Asylverfahren falsche Angaben gemacht wurden.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte Überprüfungen zunächst vor allem bei Straftätern, sogenannten Gefährdern und Syrern eingeleitet, die in ihre Heimat gereist waren. Seit Mitte Juni werden weitere Gruppen einbezogen. Dazu gehören laut Bundesregierung Menschen, die nicht als besonders schutzbedürftig gelten und ihren Lebensunterhalt in Syrien voraussichtlich selbst bestreiten können oder dort über Familie beziehungsweise ein soziales Netzwerk verfügen.

Der Verlust des Schutzstatus führt allerdings nicht automatisch zur Abschiebung. Rückführungen nach Syrien kommen bislang nur selten zustande und erfordern die Zusammenarbeit mit den dortigen Behörden. 2025 wurde erstmals seit Beginn des Bürgerkriegs wieder ein Syrer aus Deutschland abgeschoben. Im ersten Halbjahr 2026 waren es drei.

Die Linksfraktion kritisiert die Entwicklung. Ihre fluchtpolitische Sprecherin Clara Bünger bezeichnet die Lage in Syrien als «extrem instabil». Eine erzwungene Rückkehr sei deshalb «unzumutbar». Sie fordert längerfristige Schutz- und Bleibemöglichkeiten für Syrer, die bereits seit längerer Zeit in Deutschland leben.

Zugleich ist die Zahl neuer Asylanträge stark zurückgegangen. Im ersten Halbjahr stellten knapp 5000 Syrer erstmals einen Antrag in Deutschland. 68,6 Prozent der bearbeiteten Anträge wurden laut Bundesregierung abgelehnt. Seit 2013 haben insgesamt knapp 979.000 Syrer erstmals Asyl in Deutschland beantragt.

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