Angesichts zunehmender Gewalt an Schulen zieht das Land Hessen Konsequenzen: Ein landesweites Messer- und Waffenverbot an allen Schulen soll ab dem kommenden Schuljahr in Kraft treten. «Für ein landesweit einheitliches Verbot werde ich umgehend Gespräche in der Landesregierung und mit den Regierungsfraktionen führen, damit wir schnellstmöglich zum neuen Schuljahr in Hessen eine klare Regelung hinbekommen», erklärte Kultusminister Armin Schwarz (CDU) der Bild-Zeitung.
Close-up of a bloody knife lying in a puddle on the ground, creating a disturbing scene of violence or crime
2024 registrierte das Land fünfzehn gewalttätige Vorfälle mit Messern an Schulen, bei denen es auch zu Verletzungen von Schülern und Polizisten gekommen war. Bislang war es den einzelnen Schulen überlassen, ob sie ein Verbot in ihre Schulordnungen aufnehmen. Das soll sich nun ändern: Hessen wird das Schulgesetz entsprechend anpassen.
Das Verbot umfasst neben Messern auch Stahlruten, Schlagringe, Schreckschusswaffen, Reizstoffe, Hieb- und Stichwaffen sowie gefährliche Chemikalien. In Verdachtsfällen sollen polizeiliche Kontrollen möglich werden – bis hin zu Klassenuntersuchungen. Bei Verstössen drohen künftig Strafen bis zu 10.000 Euro. Ausgenommen bleiben gängige Tierabwehrsprays, insbesondere zur Selbstverteidigung von Schülerinnen auf dem Schulweg.
Hessen will mit dem Vorstoss bundesweit eine Vorreiterrolle übernehmen. Das Vorhaben soll auch auf der nächsten Kultusminister-Konferenz vorgestellt werden.