Mehr als die Hälfte der seit Oktober 2022 auf privaten Rettungsschiffen nach Italien gelangten Bootsmigranten wurde von deutschen Hilfsorganisationen an Land gebracht. Rund 22.500 von insgesamt 42.300 Menschen kamen auf Schiffen deutscher NGOs in italienische Häfen. Dies berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
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Weitere rund 4500 Migranten erreichten Italien mit Schiffen aus anderen europäischen Ländern, die unter deutscher Flagge fuhren. Zusammengenommen entfielen damit fast zwei Drittel der Ankünfte auf privaten Rettungsschiffen auf deutsche Organisationen oder Schiffe unter deutscher Flagge. Italienische NGOs brachten knapp 4700 Menschen an Land, spanische Organisationen gut 5600. Die Zahlen reichen bis Juli 2026.
Die italienische Regierung fordert im Streit um sogenannte Sekundärmigranten eine Entschädigung von Deutschland. Erst danach wolle Rom über die Rücknahme von Migranten verhandeln, die erstmals in Italien EU-Boden betreten und später in Deutschland Asyl beantragt haben.
Vizeministerpräsident Matteo Salvini sagte: «Ich appelliere an unsere Freunde in der spanischen und deutschen Regierung, ihre Hilfsorganisationen zurückzupfeifen, damit diese nicht länger illegale Einwanderer an die italienische Küste schleusen.»
Berlin will zunächst drei Migranten nach Italien zurückführen. Die Fälle gelten als Test für mögliche weitere Überstellungen.