Kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt gibt die «Rundschau» noch einmal alles. SRF ist vor Ort und berichtet zwanzig Minuten lang. Hin und wieder ganz kurz journalistisch, über weite Strecken manipulativ.
Ankerpunkt ist das Wahlfest der AfD vor der Entscheidung am 6. September. Man werde von rechten Streamern angepöbelt, beklagt der SRF-Reporter. Irgendwo wird ein Mann mit dem T-Shirt-Aufdruck «Braun ist bunt genug» gesichtet. Die Einzelmaske unter Tausenden von Festbesuchern dient als Beleg für Rechtsextremismus in der AfD.
Die Parteienvertreter antworten sachlich auf Fragen von SRF. Aber auch das ist verdächtig. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund «gibt sich bürgernah und gemässigt», sagt die Stimme aus dem Off. Die Botschaft ist klar: Er gibt sich nur so, er ist es nicht.
Schnitt, Szenenwechsel. Unterlegt mit dramatischer Musik sehen wir einen Mann auf seinem Motorrad. Es ist Andreas Tschurn, Spitzenkandidat von den Linken. Der Pfarrer wird als Gegenspieler des Bösen inszeniert.
Tschurn steht danach verloren an einem Stand in einer Innenstadt, kaum jemand will seine Flyer. Nur das Schweizer Fernsehen interessiert sich brennend für seine Botschaften.
Die AfD sei «kirchenfeindlich», so der politisierende Pfarrer. Was die Partei will: die Staatsgelder für die Landeskirchen kürzen und Freikirchen fördern. Von ungefähr kommen diese Absichten nicht. Kurz danach sind Plakate mit dem Slogan «Herz statt Hetze» zu sehen, eine Aktion der evangelischen Kirche gegen die AfD.
Danach wird die Angst geschürt, die Opposition könnte bei einem Wahlsieg die Bildungslandschaft umpflügen. SRF zeigt Schüler bei der Vorbereitung des Anlasses «Schule ohne Rassismus». Solche Veranstaltungen will die AfD abschaffen. Weil unter dem Stichwort Rassismus nur der Kampf gegen seine Partei geführt werde, sagt Hans-Thomas Tillschneider, die Nummer zwei der AfD in Sachsen-Anhalt. Die Aussagen der Schüler bestätigen seine Annahme.
Zurück zum linken Pfarrer Andreas Tschurn. Der präsentiert eine Ausstellung über den Nationalsozialismus. Lange bleiben die Kameras auf erschütternden Bildern aus Konzentrationslagern. Man setze die AfD nicht mit den Nazis gleich, so Tschurn, aber es gebe «Muster».
Eine Steilvorlage für SRF, um jahrzehntealte Querverbindungen von AfD-Leuten zu Organisationen hervorzukramen, die rechtsextrem gewesen seien. Ulrich Siegmund darf Stellung nehmen und stellt das in Abrede. Bei SRF nennt man das: «Er wiegelt ab.»
Es ist eine Reportage wie aus dem Bilderbuch der politischen Kampagne.