Deutschlands Finanzminister Lars Klingbeil hat beim G-20-Treffen im amerikanischen Asheville ein gemeinsames Gruppenfoto mit Russlands Finanzminister Anton Siluanow verhindert und dafür weitere europäische Teilnehmer gewonnen. Klingbeil begründete seinen Vorstoss mit dem Krieg in der Ukraine. «Es gibt keine normale Situation gerade mit Russland», sagte der SPD-Politiker am Rande der Beratungen.
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Siluanows Teilnahme sorgte bei den Europäern für Unmut. Bei den vergangenen G-20-Treffen war Russland angesichts der politischen Spannungen auf Ministerebene nicht vertreten gewesen. Klingbeil kritisierte deshalb auch die amerikanischen Gastgeber. Das Signal, den russischen Minister zu empfangen, sei irritierend. Angesichts des «brutalen Krieges» gegen die Ukraine habe er sich von Washington mehr Klarheit erhofft.
In den Sitzungen sprach Klingbeil Siluanow nach eigenen Angaben «direkt» an und forderte ein Ende des Krieges. Zugleich versicherte er, Deutschland werde die Ukraine weiter unterstützen. «Wir stehen deutlich an der Seite der Ukrainer. Das war mir auch wichtig.» Beim traditionellen «Familienfoto» setzte sich Klingbeil laut Politico bei anderen europäischen G-20-Staaten für einen Boykott ein. Statt eines Bildes aller Teilnehmer entstand schliesslich ein Foto der Europäer ohne russische Vertreter. «Ich werde mich nicht auf ein gemeinsames Foto stellen», sagte Klingbeil.
Das Weisse Haus verteidigte die Einladung Moskaus. Die US-Regierung arbeite mit Russland an einer Vereinbarung, die in der Ukraine «das endlose Blutvergiessen beendet», erklärte Sprecher Kush Desai. Präsident Donald Trump sagte: «Aber wir verstehen uns gerne mit allen. Einer der Gründe, warum ich so erfolgreich bin, ist, dass ich mich mit allen gut verstehe.»
Für zusätzlichen Streit sorgte die Akkreditierung von Medien. Bloomberg blieb vom Treffen ausgeschlossen, während ein Korrespondent der New York Times nach Intervention doch zugelassen wurde. Klingbeil nannte den Ausschluss von Journalisten «nicht akzeptabel».