Christoph Blocher rechnet bei der Neutralitätsinitiative mit einer Niederlage und zeigt sich von den tiefen Zustimmungswerten nicht überrascht. Dies sagte der SVP-Doyen in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger. Laut der jüngsten Tamedia-Umfrage wollen 31 Prozent der Befragten die Initiative annehmen.
«Ich wusste von Anfang an, dass die Wahrscheinlichkeit, zu verlieren, bei der Neutralitätsinitiative grösser ist als zu gewinnen», sagte Blocher. Er sei vielmehr überrascht, dass die Vorlage bereits auf rund 30 Prozent Zustimmung komme. Die schwierige Ausgangslage führt er unter anderem darauf zurück, dass in der Schweiz das Bewusstsein für Kriege und deren Gefahren abgenommen habe.
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Trotz der Umfragewerte investierte Blocher nochmals 1,8 Millionen Franken in den Abstimmungskampf. Das Geld floss nach seinen Angaben in die landesweite Verteilung eines Artikels des früheren Botschafters Paul Widmer zur Neutralität. «Dieses Geld war nicht eine Ausgabe, sondern eine Investition in das Wohl der Schweiz», sagte Blocher.
Eine Niederlage will er akzeptieren. «Denn das Volk hat vielleicht nicht immer recht, aber es muss gelten.» Gleichzeitig kündigte Blocher an, die weitere Neutralitätspolitik des Bundesrates beobachten zu wollen. Sollte die Regierung etwa Militärbündnisse eingehen wollen, würden die Initianten nach seinen Worten wieder aktiv.