Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Egeln wehren sich gegen die angedrohten Konsequenzen nach einem gemeinsamen Foto mit Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund. «Wir werden jetzt an den Pranger gestellt. Wofür?», sagte einer der betroffenen Feuerwehrleute der Bild. Ein weiterer sprach von «purer Doppelmoral».
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Die Feuerwehrleute hatten vergangene Woche nach einem Einsatz einen AfD-Infostand in der Kleinstadt südlich von Magdeburg besucht. Aufnahmen zeigen, wie Siegmund ihnen die Hände schüttelt und sich bedankt. Anschliessend entstand ein Gruppenfoto vor dem Einsatzwagen.
Verbandsbürgermeister Michael Stöhr kritisierte den Auftritt scharf und stellte Konsequenzen bis hin zum Ausschluss aus der Feuerwehr in Aussicht. Einsatzkräfte müssten sich politisch neutral verhalten, wenn sie als solche erkennbar seien. Die Bevölkerung müsse darauf vertrauen können, unabhängig von politischer Einstellung, Religion oder Herkunft Hilfe zu erhalten.
Die betroffenen Feuerwehrleute halten die Kritik für ungerechtfertigt. Der Einsatz sei bereits beendet gewesen, zudem hätten die meisten wegen der Hitze nur noch Einsatzhosen und schmutzige Shirts getragen. «Warum sollen wir nicht ein Erinnerungsfoto mit dem Spitzenkandidaten machen?», fragte einer.
Ein weiterer Feuerwehrmann verwies auf CDU-Ministerpräsident Sven Schulze. Dieser habe im Wahlkampf offiziell die Berufsfeuerwehr Dessau-Rosslau besucht und sich dort unter anderem mit einer Drehleiter für Fotos nach oben fahren lassen. Dafür habe es keine Kritik gegeben. «Das ist doch pure Doppelmoral», sagte der Feuerwehrmann.
Auch Ortswehrleiter Michael Brommer stellte sich hinter seine Kameraden. Sie hätten sich nach dem Einsatz lediglich ein Eis holen wollen, als Siegmund auf sie zugekommen sei. «Das war keine böse Absicht. Die Freiwillige Feuerwehr Egeln ist nicht parteiisch. Wir helfen jedem Menschen.» Welche Konsequenzen den Beteiligten tatsächlich drohen, ist bislang offen.