Es sei eine «Blocher-Initiative», wiederholten die Gegner der Neutralitätsinitiative vor dem Urnengang mantramässig. Entsprechend legen viele Medien das deutliche Nein nun als Blochers persönliche Niederlage aus.
Im einzigen Interview nach der verlorenen Abstimmung in seiner eigenen Sendung «Tele Blocher» räumt der ehemalige Bundesrat ein, dass ihn der Ausgang schmerze, «aber nicht wegen mir, sondern für die Schweiz». Das Nein sei ein Schlag gegen die künftige Sicherheit: «Wenn wir nicht mehr neutral sind, nimmt die Kriegsgefahr zu.»
Christian Beutler/Keystone
Als Ende der Neutralität will Christoph Blocher das Verdikt der Stimmbürger aber nicht sehen. Entscheidend sei, was nun passiere. Jetzt stünden die Gegner der Initiative in der Verantwortung, «das ist das Schöne, wenn man verloren hat».
Warum hat der Slogan «Kein Krieg» beim Stimmvolk nicht verfangen? Blocher ortet einen der Gründe in einem falschen Sicherheitsgefühl. Man habe in den achtzig Jahren des Friedens immer die Botschaft verbreitet, dass kein Krieg mehr drohe. Deshalb habe man die Armee vernachlässigt, und der Wiederaufbau der Verteidigungsfähigkeit dauere eine gewisse Zeit.
Zudem sei es zu besonderen Allianzen gekommen. Zum Beispiel mit dem Wirtschaftsdachverband Economiesuisse, der an der Seite der Linken gegen die Neutralitätsinitiative gestanden sei.
Gefragt zu den weiteren Auswirkungen, formuliert Christoph Blocher seine Befürchtung. Das Ergebnis könne den falschen Leuten Aufwind geben: denjenigen, die in EU oder Nato wollen.