Während Annalena Baerbock in den USA den nächsten Posten übernimmt, hält sich die Sehnsucht nach ihr in der deutschen Politik in Grenzen. Die frühere Aussenministerin, derzeit Präsidentin der UN-Generalversammlung in New York, wechselt ab Herbst zusätzlich an die renommierte Columbia-Universität. Dort wird sie «Professor of Professional Practice». In Deutschland zeigt unterdessen eine repräsentative Civey-Umfrage unter 5000 Befragten: Drei von vier vermissen Baerbock in der Bundespolitik nicht.
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Civey fragte ausdrücklich: «Vermissen Sie Annalena Baerbock, ehemalige Bundesaussenministerin, in der Bundespolitik?» 69,1 Prozent antworteten mit «Nein, auf keinen Fall», weitere 6,9 Prozent mit «Eher nein». Auf der anderen Seite stehen 13,8 Prozent mit einem klaren Ja und 5,8 Prozent mit «Eher ja». 4,4 Prozent sind unentschieden. Unterm Strich vermissen 76 Prozent Baerbock eher nicht oder überhaupt nicht.
Auch Baerbocks neuer Job sorgt in Deutschland für Reaktionen. FDP-Politiker Wolfgang Kubicki kommentierte den Wechsel mit Spott: «Was wusste Merz, als er erklärte, er wolle seine Kinder nicht in den USA studieren lassen?» AfD-Politiker Maximilian Krah, selbst Absolvent der Columbia Business School, kritisierte laut NZZ Baerbocks fehlenden wissenschaftlichen Hintergrund und erklärte, sein Abschluss werde durch ihr Engagement «entwertet».
Das Programm, das Baerbock künftig mitführt, ist allerdings nicht auf eine klassische Wissenschaftskarriere zugeschnitten. Der zehnmonatige Master richtet sich an erfahrene Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft und dem Non-Profit-Bereich; mehr als zehn Jahre Berufserfahrung sind Voraussetzung. Für Baerbock spricht dabei gerade ihre politische Praxis. Ihr Wechsel nach Columbia deutet zugleich darauf hin, dass eine Rückkehr in die deutsche Politik vorerst nicht auf der Agenda steht. New York scheint ihr ohnehin zu gefallen: Baerbock sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie geniesse es, in der Vielfalt der Metropole «unterzugehen». Das sei für sie «befreiend».