Mit einem deutlichen Appell hat Chinas Vize-Ministerpräsident He Lifeng am WEF in Davos für eine Abkehr von Konfrontation und für mehr multilateralen Austausch geworben. In einer Rede vor internationalen Wirtschaftsvertretern forderte er ein Ende der Handelsstreitigkeiten, wie sie etwa zwischen Peking und Washington seit Jahren schwelen. «Lösungen sollten nicht durch Konfrontation, sondern durch Beratungen gesucht werden», sagte He in Davos.
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He kritisierte, ohne konkrete Staaten zu nennen, dass gewisse Länder mit «einseitigen Praktiken und Handelsabkommen» gegen die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) verstossen würden. Die Volksrepublik verstehe sich hingegen als Handelspartner aller Nationen und nicht als Rivale, betonte er. China sei bereit, seine Rolle im globalen Handel verantwortungsvoll auszufüllen – doch das internationale System sei durch die Alleingänge einiger Akteure in Gefahr.
Der Auftritt des engen Vertrauten von Präsident Xi Jinping wurde aufmerksam verfolgt, auch weil He eine zentrale Figur in den zuletzt schwierigen Verhandlungen mit den USA war. China hatte wiederholt US-Strafzölle und EU-Sanktionen als einseitig und regelwidrig bezeichnet – und dabei stets seine eigene Bereitschaft zum Dialog hervorgehoben.
Der Zeitpunkt des Auftritts ist nicht zufällig gewählt. Im Wahljahr 2026 und inmitten geopolitischer Spannungen sucht Peking die wirtschaftliche Stabilität – und die Nähe zu Europas Wirtschaftseliten. Die Bühne des WEF liefert dafür die passende Kulisse.