Der frühere EU-Digitalkommissar Thierry Breton fordert nach dem Massenansturm auf Ceuta eine Untersuchung der Rolle von Social-Media-Plattformen und ihrer Algorithmen. Dies berichtet die italienische Zeitung La Stampa. Ende Juli hatten nach Angaben spanischer Behörden mehr als 70.000 Migranten die Grenze von Marokko zur spanischen Exklave überwunden.
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Zuvor hatten sich in sozialen Netzwerken Videos und Nachrichten verbreitet. Darin wurde unter anderem behauptet, die Grenze sei faktisch offen und Spanien könne Migranten nach einem Gerichtsurteil nicht mehr zurückweisen. Der Ansturm soll teilweise über Facebook-Gruppen koordiniert worden sein.
Breton fordert nun eine Untersuchung nach dem von ihm mitentwickelten Digital Services Act. Akkreditierte Forscher sollen Zugriff auf Plattformdaten erhalten. Es müsse geklärt werden, «wer – auch innerhalb der Empfehlungssysteme auf Social-Media-Plattformen – für die Verbreitung, Verstärkung und Ausweitung des Gerüchts verantwortlich ist».
Breton will insbesondere die Algorithmen von Tiktok, Facebook und Instagram untersuchen lassen. Er spricht von einer «algorithmischen hybriden Attacke» auf eine EU-Aussengrenze.
Die EU-Kommission hat unterdessen mit Meta und Tiktok einen speziellen Mechanismus zur Zusammenarbeit mit Faktenprüfern vereinbart. Diese sollen die Plattformen schneller auf mögliche Desinformation im Zusammenhang mit neuen massenhaften Grenzübertritten hinweisen.