Die EU fordert China auf, seine Exporte von Hybridautos nach Europa freiwillig zu begrenzen – andernfalls stellt Brüssel höhere Zölle in Aussicht. Nach Informationen der Financial Times soll Peking den Anteil chinesischer Hybridfahrzeuge am EU-Markt auf rund 15 Prozent beschränken. Derzeit liegt er bei mehr als einem Drittel.
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«Wenn sie ihre Exporte in unseren Markt nicht begrenzen, dann werden wir es tun», sagte ein EU-Vertreter der Zeitung. Es gehe darum, eine weitere Deindustrialisierung zu verhindern. Brüssel verlange zudem Zurückhaltung bei anderen Produkten, darunter Chemikalien, und mehr chinesische Importe aus Europa.
Hintergrund ist der rasante Vormarsch chinesischer Hersteller. Nachdem die EU im Oktober 2024 zusätzliche Zölle auf chinesische Elektroautos verhängt hatte, stiegen vor allem die Einfuhren von Hybridfahrzeugen. Laut Financial Times erhöhte sich deren Zahl von 3800 Fahrzeugen im Oktober 2024 auf rund 50.000 im Juli 2026. Für Hybride gilt bislang lediglich der reguläre EU-Einfuhrzoll von 10 Prozent.
Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen verschärfte am Mittwoch den Ton gegenüber Peking. Das Handelsdefizit mit China betrage inzwischen eine Milliarde Euro pro Tag und habe einen «Wendepunkt» erreicht. Der vielfach angekündigte «zweite China-Schock» sei bereits da und führe zur Deindustrialisierung europäischer Industrieregionen. «Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Instrumente einsetzen, um unsere Beziehungen wieder ins Gleichgewicht zu bringen», sagte von der Leyen.
Brüssel will zunächst eine Verhandlungslösung. Als Vorbild gilt ein Abkommen mit Japan aus dem Jahr 1986, mit dem Tokio seine Autoexporte nach Europa freiwillig begrenzt hatte. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic verlangt bis Oktober konkrete Fortschritte und will nach Peking reisen. China weist den Vorwurf industrieller Überkapazitäten zurück und bezeichnet entsprechende Kritik als protektionistisch.