Ausgerechnet Bill Gates, der sich einst als einer der prominentesten Warner vor den Folgen des Klimawandels positioniert hat, rückt von den apokalyptischen Prognosen ab. Wie die New York Times berichtet, relativiert der Microsoft-Gründer in einem Memo seine früheren Einschätzungen. Zwar werde der Klimawandel für die Menschen in den ärmsten Staaten schwerwiegende Folgen haben, doch grundsätzlich seien Weltuntergangsszenarien unangebracht: «Die Menschen werden in absehbarer Zukunft an den meisten Orten der Erde leben und gedeihen können», so Gates. Eine «Weltuntergangsprognose» sei aus seiner Sicht fehl am Platz.
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Laut der aktuellen Erhebung «Infrastructure Transition Monitor» des Siemens-Konzerns nennen nur noch 37 Prozent die Einhaltung der Klimaziele bis 2030 als realistisch – 2023 waren es noch 44 Prozent. Im Vordergrund stehe mittlerweile die Energiesicherheit. Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) plant sogar, in den kommenden zwei Jahren die Investitionen in fossile Brennstoffe zu erhöhen.
Gates hatte noch 2021 mit seinem Buch «Wie wir die Klimakatastrophe verhindern» versucht, Lösungen für den CO2-Ausstoss zu skizzieren. Nun aber mehren sich Hinweise auf eine tiefere Zäsur: So kündigte er Kürzungen beim eigenen Klimafonds «Breakthrough Energy» an und brachte eine mögliche Auflösung seiner Gates-Stiftung ins Spiel – jener Organisation, die bislang mehr als eine Milliarde US-Dollar in Projekte in Entwicklungsländern gesteckt hat.