Microsoft-Gründer Bill Gates warnt in einem neuen Grundsatzpapier vor den beispiellosen Umwälzungen durch künstliche Intelligenz (KI). Die Menschheit stehe vor einer ihrer «turbulentesten Zeiten» und sei darauf völlig unvorbereitet.
Anders als frühere Technologien ersetze KI erstmals direkt menschliche Kognition, weshalb der historische Wandel nicht über Generationen, sondern innerhalb eines Jahrzehnts erfolge.
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Gates prognostiziert tiefgreifende Erschütterungen auf dem Arbeitsmarkt. Viele Jobs würden für immer verschwinden, vom Sachbearbeiter und Software-Entwickler bis hin zu Industriearbeitern durch den rasanten Vormarsch chinesischer Robotik. Besonders besorgt zeigt er sich über die Situation junger Berufseinsteiger.
Zudem warnt Gates vor Kriminalität («selbst Laien können zielgerichtet Schaden anrichten»), Biowaffen, autonomen Waffensystemen sowie davor, dass KI-Modelle «gegen unsere Interessen handeln und wir die Kontrolle verlieren könnten». Auch vor KI-Begleitern warnt er: Sie schafften ein «Gewächshaus», das die emotionale und kritische Reife von Kindern hemme.
Um zu verhindern, dass KI zur «schlimmsten Quelle von Ungerechtigkeit» wird, fordert Gates radikale Massnahmen. Zum einen ein Kontrollregime ähnlich jenem für Atomwaffen und Luftfahrt, getragen von den USA und China. Zum anderen sollen bestimmte Berufsfelder wie Pflege oder Diagnosen gesetzlich ausschliesslich Menschen vorbehalten bleiben, um Würde und Arbeitsplätze zu schützen. Und drittens: Um den Anreiz zum Personalabbau zu bremsen und Umschulungen zu finanzieren, müssten Algorithmen und Roboter besteuert werden.
Bleibe die Politik untätig, so das Fazit von Bill Gates, drohe eine Spaltung der Gesellschaft und der Verlust gesellschaftlicher Stabilität.