Die Ukraine hat am letzten Tag der russischen Parlamentswahl einen der bisher grössten Drohnenangriffe auf Moskau geflogen und dabei unter anderem eine Ölraffinerie getroffen. Nach Angaben der russischen Behörden kamen in der Region Moskau drei Menschen ums Leben, mindestens zwanzig weitere wurden verletzt.
Moskaus Bürgermeister Sergei Sobjanin sprach von einem «beispiellosen Angriff». Seit Samstag habe die russische Luftabwehr mehr als 1600 Drohnen abgefangen, darunter 450 auf dem Weg nach Moskau. «Der beispiellose Angriff war eindeutig mit dem Ziel geplant, die Wahlen zu stören», erklärte Sobjanin. «Dem Gegner ist dies nicht gelungen.» Für die Behauptung eines gezielten Zusammenhangs mit der Wahl legte er keine Belege vor.
Mehrere Drohnen erreichten nach russischen Angaben dennoch das Gelände der Moskauer Ölraffinerie. Dort wurden eine Anlage beschädigt und ein Brand ausgelöst. Die Raffinerie gehört zu den bedeutenden Verarbeitungsanlagen des Landes und war bereits früher Ziel ukrainischer Angriffe. Reuters beziffert ihre Verarbeitung im Jahr 2024 auf 11,6 Millionen Tonnen Rohöl.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte Angriffe auf russische Energie- und Logistikinfrastruktur. «Unsere Langstrecken-Reaktionen hatten vergangene Nacht sehr bedeutende Auswirkungen in der Region Moskau», schrieb er. Getroffen worden seien eine wichtige Anlage der russischen Ölindustrie und Logistikeinrichtungen. Diese brächten Russland Milliarden zur Finanzierung des Krieges ein.