Deutschland hat seit Beginn des Ukraine-Kriegs mehr als 100 Milliarden Euro an militärischer und ziviler Unterstützung für Kiew geleistet oder bereitgestellt, dies berichtet die Berliner Zeitung. Nach Angaben der Bundesregierung summierte sich die Militärhilfe bis August 2026 auf 57,6 Milliarden Euro, hinzu kamen mehr als 43,3 Milliarden Euro an bilateraler ziviler Unterstützung. Darin enthalten sind neben ausgezahlten Geldern auch Materiallieferungen, Ausbildung und bereits eingeplante Mittel für kommende Jahre.
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Die Berliner Zeitung zieht vor diesem Hintergrund eine Bilanz der deutschen Ukraine-Politik und stellt dabei die frühere Aussenministerin Annalena Baerbock in den Mittelpunkt. Die Grünen-Politikerin hatte bereits am 7. Februar 2022 in Kiew erklärt: «Ja, wir sind auch bereit, selbst dafür einen hohen wirtschaftlichen Preis zu bezahlen, denn es geht um die Sicherheit der Ukraine.» Gemeint waren damals Sanktionen und die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland.
Nach dem russischen Angriff gehörte Baerbock zu den prominentesten Befürwortern der Lieferung schwerer Waffen. Im April 2022 stimmte der Bundestag mit 586 Stimmen für eine umfassende Unterstützung der Ukraine einschliesslich schwerer Waffen. Anfang 2023 sprach sich Baerbock zudem dafür aus, die Weitergabe deutscher Leopard-2-Panzer durch andere Staaten nicht zu blockieren.
Parallel veränderte Deutschland seine Energieversorgung grundlegend. 2024 kamen rund 95 Prozent des Erdgases aus dem Ausland, davon 48 Prozent aus Norwegen. 2025 stammten laut Bundesnetzagentur 96 Prozent des an deutschen LNG-Terminals angelandeten Flüssiggases aus den USA. Für Privathaushalte kostete Gas im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 12,23 Cent je Kilowattstunde – 79,1 Prozent mehr als 2021.
Auch die Zustimmung zu weiteren Waffenlieferungen ging im Verlauf des Krieges zurück. Im September 2024 sprachen sich laut einer Ipsos-Erhebung 51 Prozent gegen weitere Lieferungen aus. Vor der Bundestagswahl 2025 wollten laut ZDF 27 Prozent mehr Waffenhilfe, 40 Prozent den bisherigen Umfang beibehalten und 27 Prozent weniger Unterstützung.