Bosch will in seinem Nürnberger Werk bis 2029 rund 900 von derzeit 1800 Arbeitsplätzen streichen und damit die Belegschaft halbieren. Der Technologiekonzern begründet den Schritt mit dem Umbau der Autoindustrie sowie wachsendem Preis- und Wettbewerbsdruck. «Wir müssen jedoch unsere Strukturen an das veränderte Marktumfeld anpassen und unsere Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen», erklärte Bosch.
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Der Abbau in Nürnberg kommt zu den bereits angekündigten konzernweit 22.000 Stellen hinzu, von denen ein Grossteil die Autosparte Mobility betrifft. Schon Ende Juni beschäftigte Bosch rund 6500 Menschen weniger als Ende 2025. Dabei wächst der Umsatz wieder: Im ersten Halbjahr 2026 legten die Erlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro zu. Im vergangenen Jahr hatte Bosch allerdings erstmals seit der Finanzkrise 2008 nach Steuern einen Verlust verbucht.
Das Nürnberger Werk produziert vor allem Komponenten für Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellen. Mit dem Vormarsch der Elektromobilität sinkt nach Darstellung des Konzerns die Nachfrage nach Verbrennertechnik. Zugleich habe die Brennstoffzelle für Wasserstoffantriebe die Erwartungen bislang nicht erfüllt. Der daraus entstandene Personalüberhang sei auf Dauer wirtschaftlich nicht tragbar. Zusätzlich belasten der stagnierende Weltmarkt, eine rückläufige Autonachfrage in Europa und die Konkurrenz aus China das Geschäft.
Der Bosch-Betriebsrat hatte bereits Mitte September vor weiteren Arbeitsplatzverlusten gewarnt. Betriebsratschef Frank Sell forderte die Politik auf, die europäische Autoindustrie stärker zu schützen. Chinesische Hersteller könnten ihre Elektroautos aufgrund von Subventionen und Währungspolitik günstiger anbieten. Bosch kündigte für die betroffenen Beschäftigten in Nürnberg sozialverträgliche Lösungen an.