In Deutschland ist die Zahl der Firmenpleiten im ersten Halbjahr 2026 auf den höchsten Stand seit dreizehn Jahren gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts beantragten von Januar bis Juni 12.812 Unternehmen Insolvenz – 6,7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zuletzt lag die Zahl im ersten Halbjahr 2013 mit 13.253 Fällen höher. Das berichtet die Bild-Zeitung.
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Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung im Juni: Die deutschen Amtsgerichte registrierten 2266 Unternehmensinsolvenzen, knapp 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Rechnerisch ging damit alle neunzehn Minuten ein Unternehmen in die Insolvenz.
Die offenen Forderungen der Gläubiger fielen allerdings deutlich geringer aus als im Vorjahr. Sie beliefen sich im ersten Halbjahr auf rund 18,5 Milliarden Euro, nach 28,2 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum 2025. Das deutet darauf hin, dass zuletzt vermehrt kleinere und mittlere Unternehmen sowie junge Firmen betroffen waren.
Am höchsten war die Insolvenzquote im Bereich Verkehr und Lagerei: Dort kamen knapp 72 Pleiten auf 10.000 Unternehmen. Es folgten das Gastgewerbe mit 60 und die Bauwirtschaft mit 53 Insolvenzen je 10.000 Betriebe. Die tatsächliche Zahl der Geschäftsaufgaben liegt noch höher, da die Statistik nur beantragte Insolvenzverfahren erfasst und Unternehmen, die ihren Betrieb bereits vor akuter Zahlungsunfähigkeit aufgeben, nicht als Insolvenz zählt.
Einen Lichtblick gibt es bei den Unternehmensgründungen: Im ersten Halbjahr entstanden 69.600 neue Betriebe, 3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig verschwanden 49.800 Unternehmen aus unterschiedlichen Gründen vom Markt, 3,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Trotz der Insolvenzwelle wurden damit weiterhin deutlich mehr Unternehmen gegründet als geschlossen.