Eine deutliche Mehrheit der Deutschen will die Reformpläne der schwarz-roten Bundesregierung zu Rente, Steuern und Arbeitsmarkt noch einmal ändern. Nach dem neuen RTL/NTV-Trendbarometer des Meinungsforschungsinstituts Forsa sprechen sich 70 Prozent gegen eine weitgehend unveränderte Verabschiedung der Reformen im Bundestag aus. Nur 24 Prozent wollen, dass Union und SPD ihre Pläne wie vorgesehen beschliessen.
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Bemerkenswert ist die Kritik innerhalb der Regierungsparteien. Unter den Anhängern von CDU und CSU wollen 50 Prozent Änderungen, 46 Prozent unterstützen die bisherige Fassung. Bei den SPD-Anhängern verlangen sogar 62 Prozent Nachbesserungen; nur 35 Prozent wollen das Paket unverändert verabschieden.
Zu den umstrittenen Punkten gehört die geplante Abschaffung der «Rente mit 63», also der Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren vorzeitig in Rente zu gehen. Dagegen hatten sich auch die ostdeutschen Ministerpräsidenten ausgesprochen. Bei den Steuern plant Schwarz-Rot Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen sowie Familien. Ab 2028 sollen diese in zwei Stufen rund zehn Milliarden Euro erreichen. Aus der Union kommt jedoch die Forderung nach stärkeren Entlastungen.
Zwischen Ost und West unterscheidet sich die Stimmung kaum: Im Osten verlangen 72 Prozent Änderungen, im Westen 70 Prozent. Besonders gross ist die Ablehnung bei Anhängern der Opposition: 85 Prozent der Linken-, 78 Prozent der AfD- und 73 Prozent der Grünen-Anhänger wollen Nachbesserungen.
Forsa befragte am 11. und am 14. September im Auftrag von RTL Deutschland 1001 Personen.