Es gehört zu den wichtigsten Erzählungen der Kritiker der «Keine 10-Millionen-Schweiz!»-Initiative: Die Wirtschaft boome – deshalb werde das Land von Zuwanderern überschwemmt. Wenn die Konjunktur hingegen stottere, würden nur noch wenige Menschen in die Eidgenossenschaft migrieren.
Doch stimmt dieses Narrativ?
Im ersten Quartal 2026 wuchs die Wirtschaftsleistung laut den Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) um 0,4 Prozent. Der Detailhandel (−1,3 Prozent) war rückläufig, die privaten Konsumausgaben stagnierten (0,0 Prozent), und auch die Bauinvestitionen gingen zurück (−0,2 Prozent). Positiv entwickelten sich hingegen die Staatsausgaben (+0,9 Prozent).
Christian Beutler/Keystone
Obwohl die Beamten von einer «Wachstumsbeschleunigung zum Jahresauftakt» sprechen, präsentiert sich die Wirtschaftslage der Schweiz insgesamt eher verhalten.
Schauen wir nun auf die Zuwanderung. Trotz dieser Situation stieg der Wanderungssaldo (Einwanderung minus Auswanderung) der ständigen Wohnbevölkerung laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) im April um 4916 Personen, im März um 6714, im Februar um 6430 und im Januar um 5653 Personen.
Das bedeutet: Die ständige Wohnbevölkerung nahm in den ersten vier Monaten des Jahres um insgesamt 23.713 Personen zu.
Mit anderen Worten: Die Zuwanderung bleibt hoch, obwohl die Schweizer Wirtschaft an Dynamik verloren hat und die Aussichten derzeit alles andere als euphorisch erscheinen.
Wer die Entwicklung der Bevölkerung bremsen will, dürfte sich durch diese Zahlen bestätigt sehen. Eine Möglichkeit, die Weichen neu zu stellen, bietet sich am 14. Juni.